• Ronny Kummer, Text und Handyfotos

Ungewohnte und doch so vertraute Töne


Eigentlich will ich mir nur kurz die Füsse vertreten. Dann treffe ich Bruno Bieri und die Abendsonne beginnt zu klingen.


Dienstag, sechzehnter Februar Zwanzigeinundzwanzig. Der Frühling klopft zum ersten Mal leise ans Fenster und verlockt zu einem Feierabendspaziergang vom Altenberg durch die Matte hinauf zur Bundesterrasse. In der Ferne glühen Eiger, Mönch und Jungfrau und im Westen sorgt das Lichtspektakel der untergehenden Sonne für eine gewisse Demut.


Und dann plötzlich diese Töne. Ungewohnt und doch sehr vertraut. Dort wo sonst Gäste aus aller Welt für Bundeshausführungen anstehen, sitzt er auf einem Klapphocker, spielt auf seinem eigentümlichen Instrument und rezitiert – der bekannte Berner Handpan-Spieler Bruno Bieri, vor sich ein Talerbecken für Noten und Münzen. Der Moment ist überirdisch. Der fantastische Sonnenuntergang, die sich rötenden Firne, die ruhige und sehr friedliche Stimmung. Leute bleiben stehen, geniessen die wundervolle Atmosphäre, lauschen in gebührendem Abstand Bieris Tönen und Worten und lassen sich von ihm auf eine Klangreise mitnehmen. Auch mich durchströmen Glücksgefühle. Ungewohnte und doch so vertraute Töne, dazwischen humorvoll kommentiert verschiedene Textfragmente von Kurt Marti, Franz Hohler und Mani Matter. Es passt eigentlich alles an diesem gewöhnlichen Dienstag in dieser ungewöhnlichen Zeit ..., ausser dass Bruno Bieri heute Abend eigentlich auf der Bühne der von uns beiden so geliebten La Cappella gespielt hätte. Aber auch dies wird wieder sein.




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