• Michèle Freiburghaus

Kolumne: Plädoyer für mehr Wertschätzung

Die „Wutbürger“ gehen um: Was früher im Wirtshaus getrascht oder beim Einkaufen in der Bäckerei hinter vorgehaltener Hand geraunt wurde, verbreitet sich nun, auch in Bern, in Windeseile über Facebook, Twitter oder Instagram. Wir leben in Zeiten verbaler Entgleisungen in den sozialen Medien, Spott, Aggression und Hetze bestimmen leider oft den Diskurs, vor allem, wenn es um Themen wie die Coronaimpfung geht. Auch im BÄRN! Forum auf Facebook stelle ich immer wieder fest, wie unsachlich Diskussionen bei kontroversen Themen geführt werden und, wie einzelne ganz offensichtlich die Plattform für den Abbau ihrer Aggressionen nutzen.


Deshalb hier mein Plädoyer für mehr gegenseitigen Respekt – ob im Netz, im Job oder im Privatleben. Beim Austausch sind uns doch allen eine wertschätzende Kommunikation, das Tolerieren anderer Meinungen, konstruktives Feedback und ein angemessenes Niveau wichtig. Denn Respekt und Wertschätzung, enge Verwandte, sind ein zentrales Bedürfnis der Menschen, zunehmend wird übrigens auch deren Wirkung auf die physische und psychische Gesundheit anerkannt. Wir wollen, mit dem was wir sind, was wir machen und geleistet haben, gesehen und anerkannt – wertgeschätzt – werden. Richtig angewendet, setzt Wertschätzung enorme Kräfte frei und wirkt motivierend.


Wie wäre es deshalb mit Innehalten, kurz bevor wir unsere Botschaft posten? Manchmal hilft es, wenn man sich in den/die Empfänger*in hineinversetzt. Mit etwas mehr gegenseitiger Empathie und mit Goodwill wäre schon viel gewonnen. Seien wir nett zueinander – man fühlt sich doch gleich selber viel besser.





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