• Die Heitere Fahne

Heitere Jahresrückblick

Ihr lieben Menschen


«Geh nicht gelassen in die gute Nacht. Brenne. Rase. Wenn die Dämmerung lauert.»

Dylan Thomas


Ein Jahresabschluss mit Fragezeichen. Verzeiht auch uns, dass wir auf die vielen Fragen, die wir gestellt haben, oft eine Antwort schuldig geblieben sind. Meist hat die Dämmerung ihren Teil dazu beigetragen – die Sicht auf die Dinge verändert sich im sterbenden Licht.


Wie wollen wir geliebt haben? Als wir mit dieser Frage das Jahr eröffneten, diskutierten wir über neue Beziehungsformen, verkuppelten halb Bern im Liebesbüro, schauten queere Pornofilme im Heitere Saal. Wir experimentieren weiter, gwüss, und doch erscheint die Frage heute in einem anderen Licht. Wie wollen wir die Menschen geliebt haben, die wir in diesem Jahr verloren haben? Die wir noch verlieren werden?


Im März fragten wir uns, wie wir möglichst rasch wieder zu einem Leben zurückkehren können, dass uns alle die Kultur leben lässt, für die wir stehen wollen – und blieben zuhause. Die innige Wunderkiste Heitere Fahne soll wieder brummen, gwüss, doch wollen wir zurück zu einer Kultur, die vernachlässigbares Nebenbei von Konsum und Lohnarbeit ist? Welchen Stellenwert wünschen wir uns für die Kunst, Gesellschaft zu machen, Orientierungshilfe und Inspirationsquelle zu sein in Zeiten wie diesen?


Kann man am eigenen Glück verzweifeln? Der interne Strukturprozess, der unser Kollektiv über das ganze Jahr beschäftigt hat, hat uns die grosse Orientierungslosigkeit, Enttäuschung, Verzweiflung und widersprüchliche Emotionen gebracht. Die Heitere Fahne stürzte sich in eine frühherbstliche Beziehungskrise. Wir sind vor lauter Wahnsinn zwischen Glück und Verzweiflung manchmal fast zu Boden gegangen, gwüss, und doch – haben wir uns dadurch nicht auch neu zu sehen, schätzen und lieben gelernt?


Nicht zuletzt hat uns dieses Jahr gezwungen, all die Systeme, in denen wir uns seit eh und je ganz selbstverständlich bewegen, zu überdenken – und uns zu fragen, wie unsere Welt jenseits dieser aussehen würde. In der Dämmerung fragen wir uns – Wollten wir das nicht schon längst tun?


Gwundrig,

eure Heitere Fahne

31.12.20 - Silvester mit Radio Jensits!

Die Heitere Fahne Silvester-Sendung zum jenseitigen Jahreswechsel

Zum Silvester geht die Heitere Fahne zum zweiten Mal live on air - mit Jensits Radio!

Lasst euch überraschen, welche Sehnsüchte und welchen Irrsinn uns der jenseitige Jahreswechsel bringt.

Mit den Musiker*innen Shirley Grimes, Wolfgang Zwieauer, Sophie Grimes und Finja Keogh, der On the Road Moderation Geile heilige Antenne und Miki in the Space, den Heitere Theateratelierteilnehmer*innen Debi, Louis, Peter, Claudio und Maël, dem Jingle- und Tischbombenlied-Komponisten Moritz, dem Heitere Chor unter der Leitung von Markus und dem roten Faden aka. Rocket Rahel, Felicia aka. Feenstaub, Miro aka. Glücksprinz und Nadja aka. die RaBe-Donnschtigmorgenstimme.

Um 17 Uhr Radio Jensits auf RaBe https://rabe.ch/


28. - 31. Dezember - Der Heitere Kiosk

Aus dem Kiosk Fenster bei der Heitere Fahne kannst du deine Tischbomben und deine Ingwerin abholen oder deine Messer schleifen lassen (echt jetzt). Bleib auf was Warmes und Spritziges - und manchmal gibt’s auch was Krosses oder Süsses für den Weg nach Hause oder auf den Gurten.


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