• Interview Peter Brand, Redaktor MAZ Stadt Bern

Sport in Bern: Vielfältige Angebotspalette


Geräteturnen. Noemi, 2001, Maturandin. BTV Bern. Turnhalle Brunnmatt.

Bern ist eine Sportstadt – wird stets behauptet. Der Blick in Hallen und Anlagen zeigt, dass dem tatsächlich so ist. Insbesondere der Breitensport ist in Bern sehr gut aufgestellt. Eine wichtige Aufgabe kommt dabei dem Sportamt der Stadt Bern zu. Leiter Christian Bigler erläutert das Förderangebot für Herrn und Frau Berner näher.

Herr Bigler, Sie sind zuständig für die Sportförderung in der Stadt Bern. Wie sportbegeistert sind die Bernerinnen und Berner?

Bigler: Mit der Schliessung der Sportanlagen aufgrund der Corona-Massnahmen konnte man 1:1 beobachten, wie viele und wie oft sich in Bern Leute draussen bewegten. Das war eindrücklich. Ich würde sagen: Die Bernerinnen

und Berner sind sehr sportbegeistert – als aktive Sportlerinnen und Sportler, aber auch als Fans insbesondere der beiden Spitzenclubs YB und SCB.

Welche Rolle kommt einem vielfältigen Sportangebot zu?

Bigler: Es ist wichtig für die Gesundheit, für den Ausgleich und die Lebensfreude der Menschen. Es lohnt sich, in den Sport zu investieren. Vor allem Kindern und Jugendlichen soll die ganze Palette nähergebracht werden,

sodass ihre Bewegungsfreude geweckt ist und sie möglichst ein Leben lang sportlich aktiv bleiben. Wichtig sind kostenlose, gut zugängliche Sportangebote wie zum Beispiel die Freibäder, die «KIDS Kurse» oder die Nutzung von Pumptracks.

Mit welchen Förderangeboten unterstützen Sie Sportwillige?

Bigler: Durch die Breite des Infrastrukturangebots, durch Feriensportlager, Schul- und Erwachsenensport und die Unterstützung der Sportvereine. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass der grösste Teil der Sportangebote durch die Vereine bereitgestellt wird. Das Sportamt fördert subsidiär und dort, wo die Vereine eine Nachfrage nicht abdecken können.

Breitensport oder Spitzensport: Worauf zielt die Förderung mehr?

Bigler: Der Schwerpunkt der Förderung der Gemeinden liegt klar auf dem Breitensport. Das ist so in der Gemeindeordnung verankert. Als Stadt sind wir der Öffentlichkeit verpflichtet. Der Spitzensport wird indirekt gefördert durch die Bereitstellung von Sportinfrastruktur und die Unterstützung von Sportevents.

Entscheidend sind vielfältige Sportanlagen. Welche stehen in der Stadt Bern zur Verfügung?

Bigler: Sporthallen in allen Grössen, Hartplätze, Schulrasenfelder, Fussballfelder, Leichtathletikanlagen, Schullehrschwimmbecken, Beachvolleyballfelder, Kunsteisbahnen, Frei- und Hallenbäder, BärnParcours und Bremer Loop, Velo-Freizeitanlagen, Trendsportanlagen, Outdoorfitnesspark. Habe ich etwas vergessen?

Man hört immer, dass die Sportanlagen stark ausgelastet sind. Ist dem so?

Bigler: Die Auslastung ist sehr stark. Bei den Turn- und Sporthallen liegt sie im Winter bei ungefähr 95 Prozent. Sie werden tagsüber von den Volks- und Berufsschulen genutzt und am Abend von den Vereinen.

Sie haben es bereits erwähnt: Ein wichtiges Rückgrat des Breitensports sind die Sportvereine. Wie viele gibt es in Bern?

Bigler: Wir führen keine Liste der Sportvereine in der Stadt. Wir kennen nur jene, die bei uns eine Anlage mieten. Ich schätze aber, dass es gegen 400 sind. Das Angebot ist überaus vielfältig. Vom Leistungssport bis zur

Hobbygruppe und von Aikido bis Zumba ist alles dabei. Die Fotoausstellung von Peter Eichenberger zeigt die

ganze Breite der Sportarten. Besonders beeindruckt mich, wie er auch ganz spezielle Sportarten aufgespürt und festgehalten hat – zum Beispiel Quidditch, Schachboxen oder XGolf. Das macht Freude und zeigt, dass sich die Menschen in Bern sehr vielfältig bewegen.

Christian Bigler, Leiter Sportamt der Stadt Bern.

Fotoausstellung «Sport in Bern»

Die Bilder in diesem Beitrag sind von Peter Eichenberger. Der Berner Fotograf hat in den letzten zwei Jahren über 100 Sportarten porträtiert, die in Bern ausgeübt werden. Seine Fotos sind vom 18. Juni bis 26. Juli 2020 im Kornhausforum ausgestellt.

Mehr dazu: www.kornhausforum.ch

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