• Michèle Freiburghaus

Ganz langsam Ufefahre


8 Wochen Lockdown, 8 Wochen Leben auf Sparflamme – ohne Lädele, ohne Restaurant- und Barbesuch. Kulturgenuss nur noch online, Freunde auf Distanz und eine Tochter mit Schutzmaske und Handschuhen auf der Rückbank meines Auto. Eigentlich dringend benötigte Umarmung – Fehlanzeige. Und noch viel schlimmer: hohe Arbeitslosenzahlen, Wirtschaft in Not, Arme noch ärmer, dürftige Hilfe für Selbstständige, Verschwörungstheorien und gegenseitige Anfeindungen in den sozialen Medien. Und doch, diese Zeit hatte und hat für mich durchaus auch positive Seiten und ich meine damit nicht nur die grossartige Welle der Solidarität und des Zusammenhalts, die über die Stadt schwappte.

Jetzt ist es also soweit, das Leben kommt wieder in Gang, wenn auch verhalten. Mit – zweifellos nötigen – Schutzmassnahmen die wohl irgendwie doch nicht so ganz für das vollumfängliche Wohlgefühl sorgen werden. Ich denke an meine Stammbeiz. Nur 4 Leute an einem Tisch um den sich sonst 10 Leute scharen und immer weitere dazu kommen? Schutzwände, die einem vor den anderen Gästen abschirmen? – Der Stimmung wohl nicht wirklich zuträglich. Genüsslich durch die Berner Geschäfte flanieren? – Wohl kaum. Aber wir haben uns ja mittlerweile daran gewöhnt, dass zur Zeit nichts ist, wie es vorher war und, wir rechnen damit, dass das auch noch einige Zeit so bleiben wird. Einzig die Absagen aller Festivitäten wie dem Bernfest, der 1. Augustfeier und natürlich des Gurtenfestivals schmerzen ein bisschen nachhaltiger.

Schlussendlich noch einen Appell: Leute, bleibt vorsichtig, haltet euch an die Regeln und kauft lokal ein. All die Berner Geschäfte und Dienstleister sind jetzt darauf angewiesen.

EINIGE LOCKERUNGEN AB 11. Mai

Stadt Bern Die schrittweise Lockerung der Corona-Massnahmen führt auch in Bern zu Anpassungen des öffentlichen Lebens. Ab nächsten Montag öffnen sowohl Läden als auch die Gastronomie ihre Türen unter bestimmten Bedingungen. Auch der Marktbetrieb wird ausgedehnt und schrittweise normalisiert und Parkanlagen werden wieder geöffnet. Zudem wird temporär mehr Raum für den Fussverkehr und für Gastronomiebetriebe geschaffen. Der Gemeinderat verzichtet zudem auf verschiedene Gebühren bis Ende Mai. Es gelten weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln.

Bild: Priska Aebi

Die Stadtverwaltung kehrt schrittweise zum normalen Betrieb zurück, wobei verschiedene Einschränkungen coronabedingt bestehen bleiben. Abstands- und Hygieneregeln werden sowohl innerhalb der Verwaltung und gegenüber dem Publikum eingehalten.

Die Bäder öffnen – aber nur für den reinen Sportbetrieb. Profi- und Breitensportler können in Schwimm- und Hallenbäder gehen – aber nur zum Schwimmen, nachher müssen sie das Bad wieder verlassen. Wenn sie es denn überhaupt können – viele Betreiber von Hallen- und Freibädern verzichten unter den derzeitigen strengen Bestimmungen auf eine Eröffnung, so auch das Marzili und das Lorrainebad.

Die Museen: Alle Berner Museen öffnen ab dem 11. Mai und verlängern zum Teil die bestehenden Ausstellungen. Beispiele:

Das Kunstmuseum Bern und das Zentrum Paul Klee: Die Ausstellungen «El Anatsui. Triumphant Scale» im Kunstmuseum Bern und die Ausstellung «Lee Krasner. Living Colour» im Zentrum Paul Klee konnten verlängert werden. Die ursprünglich für den Sommer geplanten Ausstellungen wurden auf Herbst verschoben. Das Museum für Kommunikation bietet mit zusätzlichen Angeboten noch mehr Unterhaltung. Die Ausstellung Schweinehunde und Spielverderberwird bis am 2. August verlängert.

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