Berner Kunsthandwerk: Sabina Brägger

In der Stadt Bern beteiligen sich mehr als 40 Kunsthandwerker*innen an der internationalen Veranstaltung «Europäische Tage des Kunsthandwerks» und gewähren vom 3. bis am 5. April Einblick in ihr handwerkliches Können. Der BÄRN!BLOG stellt im Vorfeld in loser Folge einzelne Kreativschaffende vor.

 Heute: SABINA BRÄGGER, Taschen und Accessoires 

 

Als selbstständige Textil- und Produktdesignerin sucht, findet und erforscht Sabina Brägger ungenutzte Materialquellen. Der Ursprung der Idee, sich diesen hochwertigen, langlebigen und exklusiven Werkstoffen anzunehmen, liegt in ihrer Ausbildungszeit, in der sie die traditionelle Textilwelt kennenlernte, insbesondere deren Schattenseiten, was die Herstellungsbedingungen angeht. Designerin und Gestalterin wollte sie trotzdem sein, also suchte sie nach ihrem eigenen Weg. Bei der Ermittlung von Materialien, hinter denen sie zu 100% stehen kann, fing sie an, sich mit Schweizer Restmaterialien zu beschäftigen und diese vermeintlichen Abfälle für das Produktdesign nutzbar zu machen. 

 

Störfischleder / Trachtenstoffe

Die Rohhäute für ihre Kollektion aus Störfischleder stammen aus dem Tropenhaus Frutigen und werden in Steffisburg in einem vegetabilen Gerbverfahren zu Leder verarbeitet. Bei den verwendeten Stoffen handelt es sich um Trachtenstoffe, wie beispielsweise der Einsiedler Hosenstoff der dortigen Männertracht.

 

Restleder-Kollektion

In der Sattlerei, wo sich ihr Atelier befindet, fallen täglich Reststücke von hochwertigem Leder und Kuhfell an. Diese Abschnitte können von den Sattlern kaum mehr weiterverwendet werden und finden daher oftmals den Weg in den Abfall. Um dies zu verhindern, hat sie begonnen, die Resten zu sammeln und habe daraus die neue Kollektion VYCH gestaltet. Alle Produkte werden in Handarbeit im eigenen Atelier entworfen und hergestellt. 

 

 

Dieser Mix von Altem und Neuem, kombiniert mit der Frage nach sinnvoller Ressourcennutzung, ist bezeichnend sowohl für Sabina Bräggers gestalterische Handschrift als auch für ihre Haltung im Design.

 

Webseite

 

Die Tage des Kunsthandwerks, Bern, 3. bis 5. April 2020

 

Bei freiem Eintritt gewähren allein in der Stadt Bern über 40 Gestalter und Gestalterinnen Einblick in ihr fundiertes handwerkliche

Kön-nen und in ihre kreative und innovative Tätigkeit. Die Palette der beteiligten Kreativschaffenden reicht vom Steinbildhauer, der Seidenflechterin, über den Goldschmied, die Wasserurnenmacherin bis zu den Tierpräparatoren – um nur einige zu nennen. Ausserdem nehmen das Stadtheater Bern, diverse Berner Museen teil und  der jährliche Designevent «Bestform» ist als Parallelausstellung angeschlossen.

 

Handwerk wird mit zahlreichen Führungen, Demonstrationen, Workshops und Ausstellungen direkt erlebbar, ganz gleich ob dabei den Kreativschaffenden nur über die Schulter geschaut oder selbst Hand angelegt wird. 

 

 

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