Pop-up Taxi to Galaxy: Möge das Znacht mit Dir sein.

Es scheint, dass momentan die Pop-up's wie Pilze aus dem Boden schiessen – und die Bernerinnen und Berner sind offenbar bereit dafür. Denn auch im "Taxi to Galaxy" scharen sich zu vorgegebener Stunde zahlreiche vorfreudige Menschen um den Glühweinstand und die Bar. Und das, obwohl der 5-Gänger stolze 86 Franken kostet. Hinter dem Projekt stehen die beiden Gastronomen Yannick Dumoulin und Claudio Maestretti – sie waren bereits für den Kadabra Tower verantwortlich und zusammen mit dem Koch Pascal Schmutz für das Pop-up Projekt Büro 84. Letzteres erlebten wir von A-Z als stimmig und überraschend, deshalb erhoffen wir uns auch hier eine galaktisch tolle Deko und spektakuläre Erlebnisgastronomie – zumal die Ankündigung äusserst verheissungsvoll klingt:

 

"Angeschnallt und aufgepasst: Mit dem "Taxi to Galaxy" macht man eine kulinarischen Entdeckungsreise der aussergewöhnlichen Art. Das Pop-Up Bar & Restaurant im Berner Länggassquartier pilotiert zwischen Provokation und Ästhetik, Extravaganz und Regionalität, Passion und Feingeschmack. Noch bis am 1. Februar 2020 darf der Gast eintauchen in ein buntes, lautes und freches Universum voller Überraschungen." 

 

 

Bild: Tischläufer, Dessert und Tochter's Star Wars-T-Shirt bilden eine perfekte Harmonie

 

Wer so hohe Erwartungen schürt, macht es sich nun wirklich nicht leicht – die eine oder andere Enttäuschung ist vorprogrammiert. Die Realität harmoniert irgendwie nicht mit unseren Vorstellungen: In einem grossen Showroom verteilte Tische mit – wirklich coolen – Tischläufern, das Besteck aus Beständen der Swissair, eine Projektion von Raketenstarts und der Mondlandung, undefinierbare silberfarbige Stäbe, die etwas unmotiviert von der Decke hängen und ein Himmel aus Lichterketten, die bei stark gedimmtem Licht bestimmt eine viel grössere Wirkung entfalten würden. Von überraschenden Intermezzis den ganzen Abend sonst keine Spur.

 

Wahrscheinlich soll der "provokative Überraschungsmoment" mit dem 5-Gänger zelebriert werden. Koch Pascal Schmutz greift hier tief in die Trickkiste, experimentiert wild mit Geschmäckern, kombiniert sämig Salziges mit Gummibärchen (wobei der Name "Elton Johns Orgasmus" etwas abtörnende Bilder in den Kopf projieziert) und verpackt einen Gang in spacige Kindermenü-Schachteln und leeren Tondosen. Dass der Mann wirklich gut kochen kann, merkt man durchaus bei jedem Gang, zu erwähnen beispielsweise das Ragout und Filet vom Rind und das wirklich köstliche Dessert, ein zartes Cheesecake mit Caramel und Meringue.

 

Der Service ist freundlich und zuvorkommend, jeder Gang wird erklärt und mit einem passenden Song untermalt, was leider beim enormen Geräuschpegel im Lokal etwas untergeht. Eine ganz neue Erfahrung war für mich der "Orange Wine"*, der laut Yannik Dumoulin momentan von Trendsettern in der ganzen Welt gehypt wird – meins ist er nicht, der feine Petit Arvine schmeckte mir wesentlich besser.

 

Das Pop-up hat noch bis Februar geöffnet, das Menü wechselt monatlich.

 

Wachtelei, auf Randen- Gerstensalat und Kartoffeltätschli im Kindermenü

 

DI/ MI Start 19 Uhr 3 Gänge für CHF 65.- / DO- SA Start 19.30 Uhr 5 Gänge CHF 86.-

www.taxitogalaxy.ch

 

*Bei einem orangen Wein, auch im deutschen Sprachgebrauch häufig "Orange Wine", handelt es sich um einen Weißwein, der wie ein Rotwein hergestellt wird. Die Weißweintrauben werden mit den Beerenschalen (Maische) vergoren und extrahieren dadurch mehr Tannineund Farbstoffe aus den Beerenschalen. Oranger Wein ist gekennzeichnet durch eine dunkelgelbe bis orange Farbe und ist meistens etwas trüb. Die Weine präsentieren sich extrem unterschiedlich in Aussehen, Geruch und Geschmack und können sehr gewöhnungsbedürftig sein. Orange Wine wird überwiegend im gehobenen Preisniveau angeboten. Er wird oft in begriffliche Nähe zum Naturwein (natural wines) gesetzt.

(Quelle Wikipedia)

 

 

 

Please reload

Verwandte Beiträge

Please reload