Vier Jahrzehnte Marroniduft

Kühl war's in Bern, heute vor vierzig Jahren am 22. Oktober 1979 – und es duftete wunderbar nach heissen Marroni. Ich war soeben als frisch gebackener Maturand aus den Bergen in Bern gelandet und bezog mein Zimmer in einer Fünfer-WG – im Gepäck eine Matratze, zwei Paar Jeans, ein Lenco-Plattenspieler, eine Holzkiste voller Schallplatten und Bücher, ein Zahnbürschteli und fünf adidas-Taschen, vollgestopft mit Sportsachen…

 

Die Siebziger neigten sich gerade dem Ende zu. Die frisch gewählte Premierministerin Margareth Thatcher krempelte Grossbritannien um, die Sowjets standen kurz vor der Invasion in Afghanistan, in Bremen zog die Grüne Liste als erste grüne Partei in ein Landesparlament ein und bei den Nationalratswahlen erreichte die Wahlbeteiligung mit 48,05 % den damals tiefsten Wert seit der Einführung der Proporzwahl 1919.

 

Viel hat sich verändert in diesen vier Jahrzehnten, aber ebensoviel ist gleich geblieben. In Bern gibt's immer noch unglaublich gute Musik, attraktive Anlässe, die unterschiedlichsten Bars und Beizen, eine einzigartige Altstadt und eine Sportszene, die sich sehen lassen kann. Vor allem aber duftet es auch heute noch nach heissen Marroni – und dieser Marroniduft an einem kalten Abend in Bern erinnert mich wohl ein Leben lang an den 22. Oktober 1979. Auch heute, auf den Tag genau vierzig Jahre später.

 

PS: Herzlichen Dank, Zudi, für deine köstlichen Marroni!

 

 

Marroniduft – vier Jahrzehnte Erinnerungen (Stand von Zudi Bajrami beim Zytglogge; Foto: Ronny Kummer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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