Mit Büne und Kuno auf dem Mond

19/07/2019

 

In den Sommerferien 1969 waren wir mit der Familie am Meer. Der Sonne wegen. Doch am 21. Juli übernahm der Mond. Ich kann mich erinnern, wie ich zusammen mit anderen als siebenjähriger Dreikäsehoch gebannt auf den Schwarzweiss-Fernsehbildschirm in einer italienischen Bar starrte, wo futuristisch verpackte Männer über eine Kraterlandschaft hüpften und seltsame Botschaften nach Hause funkten. Die erste Mondlandung ist für viele, die wie ich in den frühen Sechzigerjahren geboren sind, eine prägende Kindheitserinnerung. Kein Wunder, hat sie sich auch in einigen Berner Liedern niedergeschlagen. Büne Huber hat der Mondlandung in «Apollo 11» ein Denkmal gesetzt.

 

1969 im Summer, ire schtärneklare Nacht,
dr Vater & sy Bueb am offne Fänschter,
luege zäme ufe zum Mond.
Dr Bueb nimmt Vaters Hand & seit zu ihm:
wenn i mau gross bi, wirden i ou Aschtronout,
& flüge ab i ds Wäutall.
Aber Papa gäu, verschprichsch mer,
wenn i gah, de muesch du mit mir cho.

 

Die Mondlandung ist «nur» der Auslöser für diesen autobiografischen Song, wo es nicht einfach um das Unglaubliche geht, das ganz weit weg geschieht, sondern vor allem um einen Moment der besonderen Nähe, die den Jungen mit seinem Vater verbindet.

 

Kuno Lauener, wie Büne Huber Anfang der 1960er geboren, packt die Bilder aus der Kindheit in einen verspielten Song um einen ambitionierten, nicht ganz untragischen Lokalhelden namens «Geri Gagarin» – man erinnert sich, dass der russische Kosmonaut Juri Gagarin 1961 der erste Mann im All war, es aber nie bis auf den Mond schaffte. 

 

Dr Geri Gagarin isch dr erscht gsi uf em Mond
Im 67i - wo d'Amis no ewig hei Rundine dräiht
I bi säuber drbii gsi
Mir hei grad näbedrann gwohnt
Dr Geri Gagarin isch dr erscht gsi uf em Mond
Sini Landefähre het prächtig glänzt i dr Sunne
Uf em Garaschdach obe das biud vergissen i nie
är isch i de Hocheyschoner im Ziitlupetämpo umegschprunge
U är het glachet u gwunke u isch wit furt gsi vo hie
Dr Geri Gagarin isch dr erscht Mönsch gsi uf em Mond

 

Science, Fiction, Dichtung, Wahrheit, Bild- und Tonfetzen: Die Mondlandung im Sommer 1969 ist Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden und auch ein Stück Mediengeschichte. Wer «dabei» war, erinnert sich noch, wo er die Bilder gesehen oder aus dem Radio die Stimmen gehört hat, die sich aus dem Weltall meldeten. 

 

 

 

 

 

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