Super-Bänkli

In der Stadt Bern stehen rund 2800 Sitzbänke. Da sie zu wenig altersgerecht und hindernisfrei ausgestaltet sind, hat die Stadt eine neue, zeitgemässe Sitzgelegenheit entwickelt. Entstanden ist die «Neue Berner Bank». Sie geht schon bald in Serienproduktion.

 

Vor zwei Jahren setzte sich die Stadt Bern das Ziel, den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass er von allen Menschen selbstständig genutzt werden kann – also auch von Menschen mit Rollstuhl oder Rollator, von Reisenden mit Gepäck und Eltern mit Kinderwagen. Um dies zu erreichen, braucht es an Strassen und auf Plätzen genügend entsprechend ausgestaltete Sitzgelegenheiten. Doch genau hier hapert es bei den bisherigen städtischen Sitzbänken: Die Sitzflächen sind zu tief, die Rückenlehnen zu niedrig. Für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen ist das Hinsetzen und Aufstehen nur unter grosser Anstrengung möglich. Zudem sind die Bänke für Menschen mit einer Sehbehinderung mit dem weissen Stock nicht ertastbar.

 

Munteres Probesitzen

Um diese Mängel zu beheben, nahmen die städtischen Dienststellen 2017 zusammen mit Alters- und Behindertenverbänden sowie einem Industriedesigner die Entwicklung einer

neuen Sitzbank an die Hand. Federführend bei diesem Projekt waren Stadtgrün Bern und das Tiefbauamt, Projektleiter war Dieter Hunziker von Stadtgrün Bern. «Wir prüften in einem

ersten Schritt, ob wir die bestehende Bank optimieren konnten», erklärt Hunziker den Entstehungsweg. «Davon sahen wir aber wieder ab, denn wir wollten letztlich auch das Design verbessern und nicht ‹basteln›. Somit brauchte es eine neue Bank.»Bald einmal lagen die ersten Gestaltungsvarianten vor und der erste Prototyp nahm allmählich Form an. Diesen liess man in der Folge von den Anspruchsgruppen testen. Thomas Mäusli von Stadtgrün Bern ist diese Phase des Projekts noch in lebhafter Erinnerung. «Wir luden Senioren- und Behindertengruppen zu Kaffee und Kuchen ein und liessen die Teilnehmenden anschliessend Probe sitzen.»Die Rückmeldungen brachten insbesondere wichtige Erkenntnisse für die optimale Sitzhöhe und Neigung der Rückenlehne. Sie flossen in die Weiterentwicklung des Prototyps ein.

 

Guter Mittelweg

Inzwischen ist die Entwicklung der neuen Sitzbank abgeschlossen. Das Resultat lässt sich sehen. «Die Neue Berner Bank ist schön gestaltet, funktional und einfach zu unterhalten»,

freut sich Projektleiter Hunziker. Die wichtigsten Unterschiede zur alten Bank sind die höhere Sitzhöhe, die geringere Neigung der Rückenlehne, die leicht veränderte Farbgebung und die dank einer Querstange unter der Bank erreichte Ertastbarkeit. «Die Anpassungen sind klein, die Wirkung aber ist gross», ergänzt Mäusli. «Ich glaube, es ist uns gelungen, einen guten Mittelweg zu finden zwischen bequemem Sitzen und möglichst leichtem Aufstehen.» Der neue Bank ist in drei Varianten ausgeführt: einmal ohne Armlehne, einmal mit Armlehne und einmal ohne Arm- und Rückenlehne, sodass es möglich ist, in beide Richtungen zu sitzen. So oder so ist die Neue Berner Bank ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer hindernisfrei und altersgerecht gestalteten Stadt. Schon bald geht das neue Modell in Serienproduktion. Anschliessend wird der schrittweise Ersatz der bestehenden

Bänke vorgenommen.

 

Plaudern auf der neu gestalteten Sitzbank: Dieter Hunziker (links) und Thomas Mäusli von Stadtgrün Bern. 

 

 

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