Diese Woche geht es los! DAS TIER IN MIR im Dählhölzli, im BärenPark und im Loeb! Worum geht es? Nun ganz einfach – es geht um uns Menschen. Wollen wir Tiere verstehen, sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass wir auch Tiere sind. Nur haben wir es vergessen.  

 

 

Nehmen wir die Nase als Beispiel.

 

Der News-Schnüffler (Der Hund) erfährt auf dem morgendlichen Rundgang: Die rüstige Pudel-Dame aus der Parallel-Strasse ist für ein Schäferstünden zu haben. Den Spitz aus der Parterre-Wohnung haben sie auf Billigfutter umgestellt, Kollege Bulldogge hat Seltsames gefrühstückt. Und natürlich wann wer hier war. Ein Hundehaufen lügt nie. Der News-Leser (Der Mensch) erfährt morgens aus der Zeitung: Der Swiss Market Index ist auf ein Rekordtief gesunken. Im Stadtzentrum entstehen neben der traditionsreichen Raclette-Stube ein mongolisches Pop-Up-Restaurant und ein Suhsi-Take-Away. Top-Manager übernimmt serbelnde Zweigstelle. Völlig unerwartet wurdest du aus der Mitte des Lebens gerissen. Infotainment oder Fake-News? Kaninchen, Hasen, Nagetiere und einige Affenarten essen ihren eigenen Kot, um Nährstoffmangel vorzubeugen. Männliche Schmutzgeier essen Kot von Huftieren, weil sie davon ein leuchtend gelbes Gesicht bekommen. Das wirkt auf Schmutzgeier-Damen enorm attraktiv. Zahlreiche Pflanzensamen reisen via Kot.

 

Und wir Menschen? Wie sollen wir in der Informationsflut und Menge an Angeboten eine Auswahl treffen? Alleine in Deutschland gibt es 85 Sorten Toilettenpapier. Pro Tag werden wir mit ca. 6’000 Informationen konfrontiert. Das Gehirn muss diese – zum grossen Teil irrelevanten – Informationen innerhalb kürzester Zeit auswerten und miteinander verknüpfen. Werden wir mit zu vielen Informationen überschüttet, schottet sich das Gehirn als Schutzfunktion ab. Die Folge ist eine abgestumpfte Wahrnehmung, so blenden wir zum Beispiel Werbe-Banner im Internet aus.

 

Menschlicher Eigengeruch

 

Seit der berühmten T-Shirt Studie, welche 1995 an der Uni Bern durchgeführt wurde, ist bekannt, dass sich Frauen bei der Wahl des Liebsten auf ihre Nase verlassen können. Die Probandinnen mussten an T-Shirts schnuppern, welche Männer zuvor zwei Tage lang getragen hatten und Auskunft darüber geben, welchen Duft sie attraktiv fanden. Das Ergebnis zeigte: Der jeweilige Favorit verfügte über ein Immunsystem, das völlig anders als dasjenige der Testriecherin war. Somit wäre er der ideale Papa, denn unterschiedliche Immunsysteme bieten beste Voraussetzungen für gesunden Nachwuchs. Männer wiederum fanden diejenigen Frauendürfte am attraktivsten, deren Produzentinnen über viel Östrogen verfügen, also besonders fruchtbar sind. Wenn man jemanden nicht riechen kann, nützt selbst das teuerste Eau de Toilette nichts. 

 

Nun mögen Sie sic fragen: was wollen die Damen und Herren mit der Ausstellung bewirken? Ein Beispiel möge ausreichen. In den Tageszeitungen der letzten Wochen konnten wir alle lesen, dass sich prominent Fühlende der Meinung seien, dass Pferde nichts im Zirkus zu suchen hätten. Als Überschrift prangte über einem Artikel: „Ein Kamel ist nicht für den Sechseläutenplatz gemacht“. Was will uns der Autor dieses Claims aus der Schublade des entsprechenden Marketingberaters sagen? Tiere sind immer nur für etwas Bestimmtes gemacht? Und wofür sie gemacht sind, weiss ich alleine? Tiere nicht als Selbstzweck sondern nur für den dem Autor genehmen Zweck?

 

Noch weniger Verständnis für die realen Bedürfnisse eines Tieres ist kaum proklamierbar. Wir empfehlen dem Autor dringend, unsere Ausstellung zu besuchen. Dann werden sie beispielsweise etwas über Anpassungsfähigkeit, Bewegungsbedürfnis und Belastungssuche von Mensch und Tier erfahren. Und sie erfahren etwas über das Tier in sich selbst und nicht über den Menschen im Tier – den gibt es nämlich nicht!

 

 

 

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