Tag der Nachbarschaft: «Für viele ein echtes Bedürfnis»

Am 24. Mai 2019 findet bereits zum dritten Mal in Folge der Tag der Nachbarschaft statt. Wie bewährt sich dieses Angebot? Nachgefragt bei Projektleiterin Simone Stirnimann vom Kompetenzzentrum Alter der Stadt Bern.

 

Frau Stirnimann, warum braucht es in der Stadt Bern einen Tag der Nachbarschaft? Feste mit den Nachbarn sind doch weitgehend Privatsache …

Stirnimann: Das stimmt zwar, die Erfahrung zeigt jedoch, dass ein Aufhänger oft hilfreich ist, um auf die Leute zugehen zu können. Vielleicht gab es viel Wechsel in der Siedlung, vielleicht ist man selber neu im Haus oder hat den Begrüssungsapéro verpasst. Der Tag der Nachbarschaft ist in jedem Fall eine willkommene Gelegenheit, um die Initiative zu ergreifen und zu einem Fest einzuladen. Es finden an diesem Tag viele verschiedene Anlässe statt. Das animiert, selber etwas zu machen.

 

Was ist die Grundidee des Tages? Sie wollen ja nicht nur ganz Bern in eine Festhütte verwandeln …

Stirnimann: Es ist uns ein grosses Anliegen, dass die nachbarschaftlichen Beziehungen gepflegt werden. Die Menschen lernen sich bei solchen Gelegenheiten kennen. Das ist wertvoll für Jung und Alt. Von einer guten Nachbarschaft profitieren alle – insbesondere natürlich auch die älteren Menschen, die wir als Kompetenzzentrum Alter speziell im Auge haben. Ein tragendes Beziehungsnetz erleichtert und bereichert das Leben für alle.

 

Zwei Durchführungen haben bereits stattgefunden. Welches sind die bisherigen Erfahrungen und Rückmeldungen?

Stirnimann: Bei der ersten Austragung im Jahr 2017 wurden wir fast ein wenig überrannt, denn es trafen über 150 Bestellungen für Festkits ein. Das zeigt, dass der Tag der Nachbarschaft für viele ein echtes Bedürfnis ist. Letztes Jahr war der Andrang mit 80 Bestellungen zwar nicht mehr ganz so stark, es ist jedoch davon auszugehen, dass sich das Fest bereits ein wenig multipliziert hat. Wer bereits im vorangegangenen Jahr mitgemacht hatte, brauchte keinen Anstoss mehr. Die Rückmeldungen zeigen, dass der Tag innert kürzester Zeit zu einem Begriff geworden ist und den Weg in die Berner Agenden gefunden hat.

 

Wie viele Bernerinnen und Berner machen jeweils mit?

Stirnimann: Das lässt sich nicht exakt sagen, denn anhand der Bestellungen lässt sich nicht auf die genaue Anzahl Personen schiessen. Das ist aber auch nicht wichtig. Tatsache ist, dass in den Häusern und Gärten gefeiert wird, zum Teil aber auch auf gesperrten Strassenabschnitten. 2017 fanden vermehrt auch öffentliche Feste statt, bei denen nicht nur die unmittelbare Nachbarschaft, sondern praktisch das ganze Quartier eingeladen war – zum Beispiel auf der Warmbächlibrache oder am Egelsee.

 

Was müssen Festwillige sonst noch wissen?

Stirnimann: Zum Beispiel, dass sie bei uns weiterhin Festkits, bestehend aus Einladungsflyer, Einladungsplakat, Merkblatt sowie Servietten und Girlanden, beziehen können. Das Angebot ist allerdings beschränkt. Wer sichergehen will, sollte sich unbedingt frühzeitig melden. Weiter stellt das Tiefbauamt auf Wunsch Festbankgarnituren oder Spielsets zur Verfügung. Es vermietet auch Festmobiliar. Für Feste auf öffentlichem Boden, also in öffentlichen Parkanlagen oder auf Strassen und Plätzen, muss eine Bewilligung beim städtischen Veranstaltungsmanagement eingeholt werden. Alle diese Punkte sind auf unserer Website näher beschrieben.

 

Mehr: www.bern.ch/tagdernachbarschaft

 

Simone Stirnimann

 

 

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