Die Altstadt neu erleben – mit Kunst

25/04/2019

Die vielen rot-weissen Bänder, die am Freitag, 3. und Samstag, 4. Mai zwischen Zyt­glogge und Nydeggkirche flattern werden, markieren für einmal nicht Baustel­len, son­dern Kunstorte. Das Festival ArtStadtBern, das zum vierten Mal statt­findet, will die Altstadt neu erlebbar machen. Von innen und mit Kunst.

 

Das Kunstevent ArtStadtBern zog zwar in den letzten Jahren ein immer grösseres Publikum an - 2017 waren es über 6000 Besucherinnen und Besucher -, ist aber ge­samthaft doch ein eher stiller Anlass. Er beschert der Altstadt keine lärmigen Mas­senaufläufe, vielmehr verspricht er kunstinteressierten Flaneurinnen und Flaneuren spezielle Mo­mente und Begegnungen. Denn das Konzept von Art­StadtBern besteht darin, verborgene und un­zugängliche Räume während zwei Tagen in Kunst­räume zu verwandeln. 

 

Wer also gerne ent­deckungsfreudig durch die Gassen und Lauben streift - selbstän­dig oder im Rahmen eines geführten Rundgangs -, um irgendwo über eine verbor­gene Hintertreppe in ei­nen Gewölbekeller, einen Dachstock oder ein schönes priva­tes Wohnzimmer zu ge­langen, wo ihm eine Kunstinstallation, eine Dich­terlesung oder eine Performance an­geboten wird, der kommt am ersten Mai-Wo­chenende garantiert auf seine Kosten. 

Erstmals wird während ArtStadtBern 2019 auch der Zytglogge zum Schauplatz künstlerischer Interventionen: 7 Künstlerinnen und Künstler gestalten seine Innen­räume auf allen Stockwerken. Der Zugang ist allerdings nur für eine beschränkte Zahl von Personen aufs Mal möglich. Wer nicht warten mag, kann ja schon mal den Erlacherhof, den Lenbrunnen (versteckt zwischen Postgasse und Postgasshalde), die Antonierkirche (verborgen an der Postgasse), die ebenfalls zu temporären Kunst­orten werden, besichtigen. Die Kunstschaffenden - auch das eine Spe­zialität von Art­StadtBern -, sind selbst vor Ort präsent und erläutern den Besu­cherin­nen und Besu­chern auf Wunsch ihre Ideen. Das gibt’s in Museen und Gale­rien nur selten.

 

Als «Gastspar­ten» kommen bei ArtStadtBern jeweils auch andere Künste neben der bil­denden zum Zuge. In diesem Jahr ist es die Literatur, manch­mal ergänzt durch Musik. Berner Autorinnen und Autoren lesen in Wohnungen, in der Nydegg- und der Antonier­kir­che sowie in zwei Gale­rien aus ihren Werken.

 

Anderthalb Tage lang wird Kunst das UNESCO-Weltkulturgut von innen aufblühen lassen. Dann ist der Kunst-Spuk vorbei: am Sonntag wird abgebaut und am Montag ist die ArtStadt wieder Altstadt. 

In den Galerien Beatrice Brunner am Nydeggstalden 26 und DuflonRacz an der Ge­rechtigkeitsgasse 40 beginnt ArtStadt­Bern 2019 übrigens schon eine Woche vor dem Start: unter dem Titel «Amuse-Yeux» zeigen die mitwirkenden Künstlerinnen und Künstler dort vom 27. April bis 9. Mai kleinformatige Werke, welche das Publikum auf ihre In­terventionen im Rahmen von ArtStadtBern einstimmen sollen.

 

ArtStadtBern 2019:

Freitag, 3. Mai, 17.00 bis 22. 00 Uhr

Samstag, 4. Mai, 14.00 bis 22.00 Uhr

 

Ausstellung «Amuse-Yeux»

Ab 27. April 2019, 15.00 Uhr, bis 9. Mai 2019 in den Galerien Béatrice Brunner und Duflon­Racz.

 

Weitere Informationen: www.artstadtbern.ch

 

Foto 2017 Videoinstallation von Saskia Edens

 

 

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