Bäre-Mani auf Weltreise Teil 5

Etappe 9 - Papeete (Tahiti) - Moorea - Bora Bora (Franz. Polynesien)

 

"Es ist besser, etwas einmal zu sehen, als tausend Mal davon zu hören"

 

PAPEETE: "la Orana e Maeval auf Tahiti !! Mit polynesischen Gesängen, Tänzen und einer duftenden Tiaré Blüten wurden wir Herzlich in Papeete empfangen. Ein von der MSC organisierter Busausflug vermittelte uns erste Eindrücke. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit und Wärme, waren wir völlig verzaubert von diesem grünen Paradies. Ein Muss war natürlich der Besuch des grossen Marktes im Stadtzentrum. Ja die Gastfreundschaft und die Fröhlichkeit dieser tollen Menschen hat uns päcklet. Am Strassenrand gab ich spontan mit zwei Musikanten ein Bärndütsch-Liedli zum besten, einfach so à la Magic Five oder MGM. Folklore und Tradition wird hier gepflegt. Wenn es Abend wird, fahren die legendären Food-Trucks (Roulottes) an die Hafen-Promenade. Hätte unser Bäre "Mani" "äuä" bei dem unermüdlichen Grillmeister nicht den Fisch oder den Braten gerochen, hätten wir wohl nie zwei wunderbare Abende mit köstlichen "poisson cru" (Roher Thunfisch) inmitten dieser herrlichen einheimischen Atmosphäre geniessen können.

 

MOOREA: Frühmorgens ankerten wir vor der Koralleninsel Moorea. Um diese Insel zu erkunden, haben wir im voraus mit unseren Berner Kollegen, Esther und Aendu, ein Auto gemietet. Mit dem ersten Tender-Boot erreichten wir das Hafengelände, wo uns eine nette Dame von AVIS erwartete. Ein schnittiger Peugeot 308 stand bereit. Zuerst fuhren wir zum Aussichtspunkt Belvédére, von wo wir einen herrlichen Panoramablick auf die Buchten von Opunohu und Cook’s Bay   genossen. Zurück auf der nur 62 Kilometer langen Küstenstrasse ging die Fahrt weiter entlang von kleinen Ansiedlungen und einsamen Stränden. Ueberall begeisterte uns die aussergewöhnliche Vegetation. Gegen Mittag  wurde es Zeit für einen Drink in einem netten Bistro am Meer. Auf der gegenüberliegenden Seite war die Schule und die Kinder hatten gerade „Znünipause“. Nach dem Mittag kamen wir zu einem herrlichen Strand. Das kristallklare Wasser lud uns zum Baden ein. Unzählige bunte kleine Fische und sogar Rochen schwammen friedlich mit uns in der Lagune. Leider war ein Tag zu kurz, um dieses Paradies so richtig zu geniessen und wir waren uns einig, dass eine Automiete für diese wunderbare Insel das Beste war. Nana (auf Wiedersehen) und Mauruuru Roa (Herzlichen Dank) Moorea!!

 

BORA BORA: Die Traumdestination mit den herrlichen Bildern in Ferienbroschüren weltweit. Eine 32 km lange Küstenstrasse führte rund um die Insel und diese wollten wir mit einem Fahrrad erkunden. Bei einer älteren einheimischen Dame mieteten wir zwei Fahrräder aus den 70ern mit einem Gang und Rücktritt. Sie warnte uns, dass es sehr heiss werde und wir genügend Wasser mitnehmen sollten. Natürlich haben wir beim Zustand dieser Räder ihren Rat befolgt. Während der Fahrt auf der holprigen Strasse überholten uns nur wenige Autos und Reisebusse.

 

 

 

Bora Bora hat nur wenig Strände, jedoch eine paradiesische Natur. Der Gegensatz von blauer Lagune und schwarzem Fels verleiht der Insel seine Einzigartigkeit. Nach 9 Kilometer erreichten wir abgekämpft den wohl schönsten „Matira Beach“ mit weissem Sand und glasklarem Wasser in allen Blautönen. Die Wassertemperatur war um die 28 Grad. Traumhaft! Im Strandbistro erzählten uns Einheimische, wo das gegenwärtige Problem von Bora Bora liegt. Die Preise für Essen und Hotelübernachtungen sind viel zu hoch. In den letzten Jahren haben immer weniger Touristen die schöne Insel besucht. Arbeitslosigkeit ist leider an der Tagesordnung. Wir auf jeden Fall haben den Tag auf Bora Bora genossen und haben uns entschlossen, die Inselrundfahrt zu vergessen und direkt zurück zum Hafen zu fahren. Tahitianer sind im Kanufahren international sehr stark vertreten. Bei der Rückfahrt zu unserem Schiff nützten sie den Strahl unseres Tender-Bootes zum Training. Mit grossem Respekt, unvergesslichen Eindrücken und ein paar "Mückensüggeli"  von den liebestollen Stechmücken, verabschieden wir uns von Tahiti und freuen uns auf unsere nächste Etappe der Samoa Islands. 

 

 

Etappe 10 - Pago Pago (American Samoa) - Apia (Samoa) - Nuku´alofa (Tonga)

 

"Das Meer wird jedem Menschen neue Hoffnung geben, und der Schlaf wird Träume von zu Hause bringen."

 

PAGO PAGO (American Samoa): Talova Lava (Willkommen). Diese kleine Insel lebt von ihrer Natur und vom Fischfang. Bei hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit bestiegen wir im Hafengelände einen Public-Bus. Als alleinige Gäste fuhren wir mit dem Chauffeur Michael und dessen Begleitung zu der in jedem Reiseführer beschriebenen „Tisa´s Barefoot Bar“,  "Mani" durfte auf dem Armaturenbrett mitfahren und die zwei versuchten danach ziemlich hartnäckig, Mani zu adoptieren. Wir konnten beide überzeugen, dass unser "Mani" sich "äuä" nicht so wohlfühlen würde ohne uns und seine geliebte Heimat. Die 40 Minütige Fahrt über die holprige Strasse war unterhaltsam und lustig. Sie führte uns vorbei an traumhafter Flora und an einer überaus muffig riechenden Thunfischfabrik, wo über die Hälfte der Inselbewohner arbeiten. Viele Strände sind angeblich Privat und da werden 5 US Dollar mal gerne einkassiert, sobald man sich an einem lauschigen Plätzchen zum Baden gemütlich macht. Coca Cola, Fanta und andere Süssgetränke sind sehr beliebt. Frauen sind sehr babbelig unterwegs und erzählen gerne über ihre 4-8 Kinder, die sie stolz auf Bildern zeigen. Männer sind eher zurückhaltender, dafür mit enorm grossem Körperumfang und einem guten Geschmack für Musik (80er Jahre Songs im Reggae Remix). Spezielles erlebten wir nach unserer Rückkehr. 20 MSC Crew Members aus Samoa durften Familienangehörige für einen Tag auf unser Schiff einladen. Ich hatte dabei die Ehre, mich mit der etwas molligen Miss Samoa ablichten zu lassen. Michèle unterhielt sich mit Loupes, einem Schwergewicht als Frau, und ihrem Cousin Simon. Sie genossen das herrliche Buffet, den Pool und die Atmosphäre auf dem Schiff. Die Augen von Loupes strahlten und sie meinte, dass sie sich wie eine Königin fühle und dass dies für sie ein Märchentag sei. Dankend winkten die zwei zum Abschied, als unser Schiff den Hafen verliess.

 

APIA (Western Samoa): Der Empfang im Hafengelände mit hübsch geschmückten Blumen, mit Musik und einheimischen Tänzer lies uns erahnen, dass wir hier an einem besonderen Ort den Anker legten. Wie gewohnt feilschten viele Schiffsgäste mit den anwesenden Taxidrivern für einen Ausflug. Wir fanden Andrew mit seinem in die Jahre gekommenen Toyota, bei dem man nur mit Boxen-Stops die elektrischen Scheiben runterlassen konnte. Stolz erzählte er auf dem Weg zu seinem Auto von seinem Taxi Unternehmen (2 Auto), das er mit seinem Bruder führe. Wir buchten Andrew für die nächsten 5 Stunden und er gab sich unglaublich Mühe uns seine Stadt zu zeigen. Er führte uns durch Apia zum wunderbar duftenden Gemüse und Fruchtmarkt und danach war ein viel empfohlener Strand an der Ostküste unser Ziel. Die Fahrt dorthin liess uns erstaunen ab der herrlich wilden Flora Pracht. Ueber einen Hügel mit satten Wiesen und Süsswasser-Quellen, welche direkt ins Meer flossen, erreichten wir den besagten Sandstrand. Nun war es Zeit für ein Bierchen und einen Sprung ins ca. 28 Grad warme Meer. Andrew trank mit uns eine Cola und wir waren ziemlich gelassen, als er unerklärte, dass wir wohl ohne Klimaanlage zurück fahren und somit Benzin sparen würden. Bei der Rückfahrt liessen wir die kaputten Scheiben runter und erreichten kurz vor Apia eine Tankstelle, wo Andrew spärlich für 3 Dollar Benzin tankte, gerade genug, dass wir den Hafen erreichen konnten. Für diese schönen Stunden übergaben wir ihm eine 50 US Dollar Note und er bedankte sich mit wiederholenden Worten, "Wann kommt ihr wieder?" und drückte uns in seine Arme. Wir werden dieses Paradies auf jeden Fall weiterempfehlen.

                                                                               

NUKU’ALOFA (Tonga): Malo e lelei (Willkomen) Die Stadt überraschte uns mit einem herzlichen Empfang im neu erbauten Hafen Pier. Der Musik Corps der Polizei oder Regierung spielte einen einheimischen Marsch. Die Ebbe, links und rechts vom Hafenbecken,  zeigte uns die wunderschönen Farben des Meeres entlang der Stadt. Dahinter liegt das Regierungsgebäude und der pompöse Königspalast. Der König kümmert sich leider wenig um sein Volk. Auch hier hat die Regierung vieles an die Chinesen und die Inder verkauft. Die Alten schweigen und nehmen es so hin, die Jungen sparen und träumen von Australien, Neuseeland oder Amerika. Nicht jeder schafft es und nimmt sich seinem Schicksal an. Die letzten Unruhen, sowie Naturkatastrophen sind noch keine 10 Jahre her Ein Spaziergang durch Nuku’alofa zeigte uns wieder, wie nahe Reichtum und Armut beieinander liegen. In einem Bistro mussten wir leider das gekaufte Getränk stehenlassen, als wir auf dem Fläschchen die Aufschrift erblickten „Happy New Year 2018“.Die überaus freundlichen Frauen auf dem Markt und die leuchtenden Kinderaugen berührten uns sehr. Vor der Abfahrt des Schiffes kam der König an Bord. Leider haben wir ihn verpasst, aber eine Dame von der Regierung sprach zum Abschied so ergreifende Worte, dass einige Cruise Gäste feuchte Augen bekamen. Die Dame wurde immer kleiner und ihre Stimme immer leiser. Wir konnten ihre Worte nicht mehr hören, aber wir nehmen ihre Stimme mit auf die Reise in die nächste Etappe Fidschi und Neuseeland. Herzlichen Dank an alle lieben Insel Bewohner, die uns auf dieser Etappe unvergessliche Herzensmomente geschenkt haben.

 

 

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