Innovation aus der Brauerei

Welche digitalen Dienstleistungen erhöhen die Lebensqualität in Bern? Dieser Frage gehen Mitarbeitende der Stadt, von Energie Wasser Bern, BERNMOBIL, BLS und CLS Behring nach. In gemischten Teams entwickeln sie neue Ideen für eine Smart City. Die Kampagne ist Teil der Digitalstrategie der Stadt Bern.

 

Acht Stunden stehen, Handys sind ausgeschaltet. «Ersteres fördert das Denken, das Zweite lenkt nicht ab», sagt Hannes. Er ist unser Reiseleiter. So sind die Regeln an der ersten Ideation Journey, einer Ideenreise. Daneben gib es aber kaum Leitplanken, jedenfalls keine, die der Kreativität im Weg stünden. 

 

Statt Bier gären Ideen

Zwölf Tage dauert der kreative Trip, verteilt auf vier Blöcke von Oktober 2018 bis März 2019. 40 Frauen und Männer, bewusst in Freizeitkleidung statt Businessdress, stehen in einer Halle in Wabern. Hier füllte die Gurtenbrauerei einst ihre Flaschen ab. Die Veranstalterin InnoArchitects hat die Gebäude 2006 zur Kreativwerkstatt umgebaut. Bunte Sessel, Sofas, Kissen und Lego vermitteln seither das Ambiente einer Spielwiese. Wo früher kühles Bier floss, sprudeln nun frische Ideen.

 

Ideen für die Smart City

Bessere Dienstleistungen dank Digitalisierung sind gesucht. Die omnipräsente «Smart City» steht dabei Patin. Am ersten und zweiten Tag ermitteln die Teams die Marktbedürfnisse. Erste Produktentwürfe werden auf Flipcharts skizziert, später aus Lego und Playmobil nachgebaut. Was nach Kindergarten tönt, erweist sich als sehr nützlich. Ideen, die vorerst nur im Kopf und auf dem Papier funktionieren, nehmen so Gestalt an.

 

Prämierung durch Jury

Bereits am dritten Tag werden Expertisen einbezogen, Testkunden validieren Prototypen und Designerinnen

prüfen die technische Umsetzung. Die Jury aus Gemeinderat und Geschäftsleitungen prämierte Ende Dezember

folgende Ideen:

• Die «Smart Road» besteht aus Solarzellen statt Teer. Ihre Oberfläche gleicht einem Pneu-Profil, das macht sie rutschfest. Mit dem produzierten Strom beleuchtet und heizt sie sich selbst. Der Reststrom fliesst ins Netz. Schlechte Sicht und vereiste Fahrbahn sind damit Schnee von gestern.

• «E-Bern» ist der smarte Zugang zu sämtlichen Dienstleistungen der Stadt. Benutzende melden sich mit ihrer digitalen Identität an. Den Grad des Datenaustauschs mit Partnerorganisationen bestimmen sie selbst.

• Der «MessBär» schützt Rohrleitungen vor Fremdeinwirkung. Er misst Terrainverschiebungen und gibt diese Daten weiter, um potenzielle Gefahren zu detektieren, bevor ein Schaden entsteht.

• «The Navigator» unterstützt Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer bei der Analyse ihres Energiehaushalts. Sensoren bilden die Situation und das Potenzial der Liegenschaft ab und senden Optimierungsvorschläge autonom an die Verwaltung.

• «Blind Date» ist ein mobiles Informations- und Leitsystem für Menschen mit Behinderung, damit sie selbstständig Kunst und Kultur in der Stadt Bern erleben können.

• «BärnAir» bietet clevere Mitbestimmung für das Zusammenleben im Quartier. Der digitale Dorfplatz in Zusammenarbeit mit der Stadt, den Quartiervereinen und involvierten Unternehmen.

 

Diese sechs Projekte werden im «Boost Camp» Mitte März zur Marktreife gebracht. Die Teams bewerten die Ideation Journey übereinstimmend als sehr gelungen.

 

Der Beitrag wurde von Peter Brand, dem Verantwortlichen der MAZ Mitarbeitendenzeitschrift der Stadt Bern zur Verfügung gestellt.

 

 

In gemischten Teams Ideen entwickeln: Mitarbeitende an der Ideation Journey. (Bild: zvg)

 

 

Please reload

Verwandte Beiträge

Please reload