Noumi - Grossstadtflair für Bern

Das neue Restaurant Noumi braucht den Vergleich mit einem hippen Trendlokal in New York City nicht zu scheuen: Angefangen beim Türsteher, der sich um die wieder geöffnete Seitentüre kümmert, über den DJ, der mit Lounge Music für den Klangteppich sorgt, bis zur aussergewöhnlichen Bar- und Speisekarte. Innovatives von Format kommt bei den Bernerinnen und Bernern gut an – das Lokal ist nicht nur an diesem Abend ausgebucht.

 

Das Interieur überzeugt mit kupferfarbenen Basaltsteinen, gedämpften Farben, natürlichen Materialen wie Holz oder Marmor und mit einem zentralen Mittelpunkt, der offenen Küche. Mit versierten, aber teils auch höchst dekorativen, Köchen am Herd. Das urbane Ambiente und der Dauer-Chillout-Sound – der mir persönlich eine Spur zu laut ist – sind gewollt, wie uns Urs Bührer, Direktor des Bellevue-Palace erläutert, man wollte etwas völlig Neues schaffen.

Auch punkto Kulinarikkonzept und Barkarte. Letztere konsultieren wir als erste, entscheiden uns für einen der Signature Drinks vom Mixologist und starten mit einem köstlichen Mandarine Fizz mit Tanqueray Gin und einem Belvedere Spritz mit Vodka und Lillet Blanc. Aus der Speisekarte weht uns ein Hauch der grossen weiten Welt entgegen; es ist nicht einfach, sich aus dem höchst verlockenden Angebot, das von Food Markets inspiriert und mit regionalen Produkten zubereitet ist, ein Menü zusammen zu stellen. Da es aber dem Konzept entspricht, alles zu kombinieren und zu teilen, bestellen wir einfach aus jedem Bereich (es sind dies bowls, crus, crossovers, grilled & co. und sweet emotions) was uns gefällt und können uns so durch etliche Gerichte schlemmen. Auf der Speisekarte werden übrigens auch Vegetarierinnen und Vegetarier fündig.

 

Wir beginnen unsere kulinarische Weltreise mit einer hervorragenden Artischokenbowl mit Parmesan-Kroketten, getrockneten Tomaten und Trüffel-Dressing, fahren fort mit einem exzellenten Thunfisch Tartar mit Avocado und Tapioka-Chips. Weiter auf dem Tisch delikate gedämpfte Dumplings (in unseren Breitengraden besser bekannt als Dim Sum). Zum Hauptgang genehmigen wir uns den grillierten Lachs mit Granatapfel-Pistazien-Vinaigrette und ausserdem ein währschaftes Fish `n` Chips mit Tartarsauce. Weil man sich manchmal besonders bei einfacheren Gerichten ein Urteil über die Küche bilden kann. Den süssen Abschluss bildet für die Tochter ein zart-fruchtiges Blätterteiggebäck und für mich ein süffiger Dessertwein, Mitis Amigne aus Vétroz.

In den Räumen des Noumi war übrigens einst die Berner Münzpresse untergebracht. Daher rührt auch der, irgendwie asiatisch anmutende, Name, der aber von «Numismatik» inspiriert ist. Später lud der Bellevue-Grill in diesen Räumen ein eher betuchteres Klientel ein. Mit dem neuen Restaurant möchte Direktor Urs Bührer ein neues Zielpublikum ansprechen. Er ist seiner Vision – das altehrwürdige Haus weiter zu entstauben, für «tout Berne» zu öffnen und Schwellenängste abzubauen – mit dem Noumi mit Sicherheit noch einmal einen grossen Schritt näher gekommen. Merci Urs für die Einladung, wir kommen bestimmt wieder!

 www.noumi.ch

 

 

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