Er quatschte mich an. Am Loebegge. Dort wo alle Bernerinnen und Berner ihre Rendezvous ausmachen. Seit Generationen. Selbst heute in der Zeit von Facebook und Tinder. Ja, da erinnerte ich mich, dass ich auf letzterer Plattform rumgesurft bin und auch ein Pic von mir gepostet hatte. Konnte es sein, dass ich mit dem bärtigen Typen gechattet hatte? Wer weiss das noch so genau. Insbesondere wenn diese Kontakte zu nachttrunkener Zeit erfolgen, in denen man bereits zu drei Vierteln im Traumland wandelt. Jedenfalls gefiel mir der Kerl keineswegs. Und ich wartete auf meine Freundin die einfach nicht erscheinen wollte. Aber sie war eine notorische Verspätungsabonnentin. So hatte ich mich entschieden noch zwanzig Minuten, das akademische Viertel +5 zu gewähren, als er mich ansprach.

 

„Gehen wir heute Abend zusammen ins Kino? Es läuft ein toller Film! Die ultimative Liebe! Passt doch, oder etwa nicht? Dann können wir noch in die Disco uns austoben gehen und nachher …“ 

 

Da folgte eine lange Kunstpause. Ich sah ihm in die Augen. Sah nichts Gutes. Es tschudderte mich innerlich bei dessen Anblick richtig. Aber ihm das Tschuddern erklären, das wollte ich nicht. Hätte er womöglich noch als Kompliment aufgefasst. Und das wäre das Letzte gewesen was ich dem vorwitzigen Typen geben wollte. Und so antwortete ich nur mit einem Wort:

 

„Abba“ und fügte drei „!!!“ hinzu – und konnte kaum glauben welch freudige Reaktion das Wörtchen bei ihm auslöste!

 

„Toll, da freu ich mich auf den gemeinsamen ‚Abe‘, Auch er fügte nicht drei sondern fünf Ausrufezeichen „!!!!!“ zu seinem Wort.

 

Ja, da schaute ich mich nach einer sprachbegabten Person um, die dolmetschen könnte. Denn wie einem Nichtberner das Wörtchen ‚abba‘ erklären, das doch nichts anderes ausdrücken soll als: ‚ach nein, achwo und sicher nicht!‘

 

 

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