Gute Vorsätze?

Nehmen Sie sich jeweils “gute Vorsätze”? Zum Beispiel jedes Jahr dieselben wie: Ablageberge nicht anwachsen lassen, Steuerklärungen pünktlich abgeben, weniger Kaffee, dafür ausreichend anderes trinken, regelmässiger und gesund essen, das Rauchen sein lassen und mehr Sport treiben, weniger fernsehen, den Alkoholkonsum reduzieren, früher losfahren, dafür langsamer oder so ähnlich? Und sie halten sie natürlich auch alle ein? - Ich bewundere Sie. 

Ich nehme mir nie gute Vorsätze. Weil ich aus sehr langjähriger Erfahrung weiss, dass ich sie eh nicht einhalte. Weil ich einfach gern rauche und gar nicht aufhören will, ebenso gern ein Glas Wein oder zwei geniesse, Süsses meine Moral hebt und weil ich Sport nur in homöopathischen Dosen erträglich finde. Das Chaos auf meinem Schreibtisch ist ein kreatives und ich bin zudem nicht zu faul zum Suchen. Mein Auto kann ich jetzt auch nicht mehr an eine langsamere Fahrweise gewöhnen und ein Couch-Potatoe zu sein ist extrem trendy. 

Also, was soll’s? Gesunde Lebensweise? - Pha... dass ich nicht lache! Wer Todesanzeigen liest, kennt Formulierungen wie “plötzlich und unerwartet”, “bei seinem geliebten Sport (Art austauschbar)“, Krankheiten suchen wahllos heim und der Sensemann schlägt öfter nicht nachvollziehbar zu. Seit geraumer Zeit habe ich jedenfalls all meine alten Schlabberpyjamasaussortiert und gehe nur noch adrett zu Bett. Eh ja, frau weiss ja nie...

Ganz anders verhält es sich mit Träumen und Visionen. Mark Twain meinte: “Trenne dich nie von deinen Illusionen! Sind sie verschwunden, so magst du noch existieren, aber du hast aufgehört zu leben.” Wie recht er doch hat! Wie karg wäre das Leben, wenn wir unsere Träume nicht hätten. Denjenigen von der (späten) neuen Liebe zum Beispiel, jenen von winterlichen langen Aufenthalten in einem wärmeren Land, von mehr Gelassenheit oder – profaner – den, dass sich Transparenz, Mut, Herzblut und vor allem Fairness bei der Arbeit letztendlich noch ein bisschen mehr auch im Portemonnaie niederschlagen müssten. 

Einewäg. Laut Horoskop werde ich 2019 ein ganz ganz tolles Jahr kriegen. Und mit dem Superbody und der inneren Ruhe klappt’s ja vielleicht doch noch. Den Yoga-Kurs hab ich jedenfalls schon mal angedacht.

I däm Sinn – es guets Nöis!

 

Michèle Freiburghaus

 

 

 

 

 

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