Jubiläumsred 30 Jahr Bierhübeli

Di Red vom MCW isch so träffend gsy, dass mir se hie vollständig wiedergäh.

 

Liebi Fründinne u Fründe von gepflegte Lärm

Dusse, dusse vor dr Tür, faat er aa. Sit es paar Jahr wachst’er u wachst’er, wird immer grösser u grösser. Scho so mängs Quartierfescht, so mänge Klub oder Schuttmätsch ufem Schuelhusplatz sinim zum Opfer gfalle. Es het i chline Wääle aagfange, isch usem nüüt ufeplodderet u leit sech sit emene Zytli über üsi schöni Stadt. E Ozean vor Stilli – dr Still Ozean vo Bärn. Es Gwässer, wo sech i vilne Städt immer breiter macht. 

 

Aber mir hie, mir heys guet. Wü hie, hie simer sicher. Hie isch e Fels i dr Brandig, hie isch e sicheri Zueflucht. Ds Bierhübeli isch e Lärm-Insle imene zuenämende Meer vor erzwungene Rueh. Ou we rundume e Sous Soul, es Wasserwärk oder es Silo si under de Fluete vor Stille versunke. Ou we dr Ozean vor Stilli e plaante Jugendklub verhinderet oder es Konzärt am Sibni am Aabe im Kocherpark. Ou wenn „Ruhe“-Hystery ds Glütt vo Chichueglogg u d’s Muh vor Chue schlückt. Hie, im Bierhübeli, isch d’Stadt Stadt. Hie wird gläbt, gsunge, trunke, gliebt, gschroue, kreischt. Hie drücke sech Musikerinne u Musiker lut uus – u ds Publikum git Lärm i Form vo Applous, Pfiffe u lute Bravo-Rüef zrügg. 

D’s schöen a dere Insle isch aber ou, dass de hie nie elei bisch. Wär zueflucht uf dere Insle suecht, dä chunnt zum Lütt träffe, zäme gniese, zäme tanze, zäme singe, villech ou mau zäme nachdänklech sii. Wär ids Bierhübeli chunnt, isch nie eley – oder emu nid lang. 

Sit 30 Jahr isch d’Bierhübeli-Insle e tragendi Kulturinstitution ir Houptstadt. Es dörft äuä schwirig sii, es Bärnerin ode Bärner z’finde, wo no nie i däm Saal isch xsi. Sigs amene Konzärt, are Disco, amene Fescht, are Läsig, amene Comedy-Aabe, amene Firmfaalss, are Biermäss oder werum ou immer. Hütt brucht me für sötigi Institutione dr Begriff Lüücht-Turm. Das passt nid nume super zum Bild vo dr Insle. Ds Bierhübeli isch e Lüücht-Turm i mängerlei hiisicht. 

Hie hett nid nume dr Lärm scho über 30 Jahr es deheyme. Ds Bierhübeli behoubtetet sech ou sitt 30 Jahr imene schwirige Umfäld. Schwirig drum, wüu rundume vili Kulturlokal vo staatlecher Unterstützig profitiere. Sigis das es Stadttheater, e Gas-Chessu, e Ritschuel oder e Dampfzentrale. Nid, dass i fautsch verstande wirde. Es isch für d’Kutlturszene imäns wichtig, dass es die Orte git. Es isch unerlässlech, das e Stadt, wo nes läbändigs Kulturschaffe, wo ne läbandigi Kulturlandschaft wott, ou id Kultur inveschtiert. Es sich wichtig, das d’Allgemeinheit mithilft, KünschtlerInne u d’Kunscht z’traage u bir Entfaltig z’hälfe. 

Allerdings wird viu z’schnäu vergässe, das es äbe ou Orte git, wo nid vo staatlecher Unterstützig profitiere. Ou hie isch d‘ Bierhübeli e Insle – e Insle im Subentionsmeer. Sitt 30 Jahr hey sech dr Role Wüetrich, dr Phibe Cornu, Dr Nando Hepp u dr Dave Naef ohni Subventione über Wasser ghalte. Das isch umso bemerkenswärter, wüu hie inne jedes Experimänt, jedi Programmation vo‘re nid so bekannte Bänd, diräkti Uswürkige uf d’s Portemenee cha haa. Es isch z‘mindescht eifacher, e Bühni für unbekannti Bänds z’öffne, weni weiss, das i am Schluss vom Monet haut wenigschents d‘Zuewändige vor Kulturförderig ir Kasse ha – u die sicher.
Institutione wie d’s Bierhübeli hätte sicher vo dr Politik, vo üs im Stadtrat, meh Ufmerksamkeit – u vor allem meh Anerkennig verdient. Leider unterhalte mir üüs da vor allem über Sache, wo s’Stadt öppis choschte – u ds‘sälte über Orte, wo dr Stadt öppis gäbe.

Dr Role, dr Phibe u die zwe itzige Betriber si aber was d’Experimäntierfreudigeit, was d’Risikofreudigkeit ohni Gäudsprütze aageit, immer es Vorbild für Kulturinstitutione xsi. Das chani us eigeter Erfahrig säge. Vor 17 Jahr hey 7 zimlech unbekannti DJs vom Role quasi e Blanco-Schegg für ne Party brchoo – u das natürlech brutal usgnützt. Under anderem mani mi bsinne, das mr für nume ei Party e haube Urwald dainezouberet hey – inklusive e Wasserfall über die ganzi Büni u ne Liechtschou, wo d’Träger im Dach ad Gränze braacht hey. Dr Role hett eifach zuegluegt u nis la mache. U mir hey denn chuum richtig schönne schetze, was mr fürne Chance brchoo hey! E Chance, wo dr Phibe wytertreit hett – u es isch mir - es isch üse grossi Ehr, das mr hütt no ab u zue dörfe  e  Aabe uf dr Insle verbringe u Lärme mache – ou bim Nando u bim Dave. 

Merci Dave, merci Nando, Merci Phibe u merci Role. Merci, dass dr us dämm Ort, wo 1971 d’SVP isch gründet worde, e wunderschöni Lärm-Insle gmacht heit. Merci, dass dr so vile Lütt ermügelecht heyt, hie inne 2 Stunde glücklech d’sii. Oder Ds Glück für d’s Läbe z’finde. Merci, das dr am Lärm es deheyme gäbet, wo ner sech cha entfalte u wohl füehle. Merci, Bierhübeli, dass du ar Schwelle zum digitale Zytalter a analogi Konzärt gloubsch. Merci allne AawohnerInne, wo mithälfe, dass dr Still Ozean nid bis zu dene Muure chunnt. Merci allne Kulturschaffende wo hie inne Lärme mache, siger lyyslig oder lütter. Merci allne Bsucherinne u Bsuecher wo mithälfe, dass die Insle, dass dä Lücht-Turm witerhin über Bärn tronet u jedem u jeder vo üs ab u zue es Liecht zuschickt. U Merci allne Mitarbeiterinne u Mitarbeiter, mache, das me uf dere Insle nid verduurschtet, nid verhungeret, dass dr Lärm guet tönt, dass ds Liecht stimmt u das me sech hie sicher füehlt. 


Bitte, säget aui merci für 30 Jahr nid subventionierte, fräche, innovative, urbane, vielsittige Lüüchturm-Kulturbetrieb. Mache Lärm für wyteri 30 Jahr Lärm im Bierhübeli!  

 

 

 

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