Bärengrabenfrühstück

Vorbemerkung BÄRN!BLOG: Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Einsendung einer Leserin. Die wohl kreativste Art, auf sich aufmerksam zu machen, denn Frau Kalmbach sucht eine Anstellung. So viel Eigeninitiative und Kreativität wird gesucht und muss belohnt werden. Frau Kalmbach freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme, Kontakt unter dem Beitrag.

 

 Hier handelt es sich nicht um ein neues Angebot des „Tramdepots“, sondern eine Abwechslung für die Bären im Bärengraben. Wer jetzt denkt, da war ich schon hundertmal war vielleicht nicht zur richtigen Zeit dort und selbst für die, die das „Bärenfrühstück“ schon gesehen haben kann dieser Text bestimmt positive Erinnerungen wecken.

 

Zurück zur Geschichte... 

Ein ganz normaler Mittwoch Morgen. 

Da ich arbeitslos bin (eine der vielen Kauffrauen über 50) kann ich mir meinen Tag selbst einteilen. Also bin ich, nachdem ich im Rosengarten war, zum Bärengraben runter in dem festen Glauben nachher noch an der Aare entlang zu laufen.Stattdessen sah ich jedoch einen Mann im Bärengraben mit einem Karton Eiern in der Hand. Dieser verhielt sich wie „Meister Lampe“ und legte die Eier an diverse, mehr oder weniger, versteckte Stellen. Es sah nach einem Weilchen aus wie an einem Ostersonntag.

 

Nicht nur ich, sondern auch eine Kindergartengruppe inklusive einem freiwilligen Mitarbeitenden des Bärengrabens, warteten sehnsüchtig auf das Öffnen der Bärenluke.Während die Bären auf sich warten liesen kamen auch immer mehr Erwachsene/Touristen hinzu. Alle mit gezückter Kamera im Anschlag. Mein Handy war natürlich ebenfalls bereit.

 

Endlich kam der erste Bär (wahrscheinlich Finn)herbeigeeilt und stürzte sich auf das erste Ei am Boden. Mit einem Biss war das Ei gekonnt geöffnet und der Inhalt wurde genüsslich aufgeleckt. 

Der zweite Bär (eventuell Björk) hingegen ging schnurstracks in das mit Pellet-ähnlichen Leckereien bestreute Wasserbecken. Frühstück in der Badewanne, das nenne ich mal einen lässigen Morgenstart. 

In der Zwischenzeit war auch Ursina im Bärengraben angekommen und widmete sich den Trauben.

 

Eines der Kindergartenkinder, dass sich genauso an den Bären erfreute wie eine japanische Touristin, die jubelte als sie einige schöne Bärenfotos geschossen hatte, meinte nach einem Weilchen (beeindruckt ob der Grösse der Bären): “Bei denen möchte ich aber nicht sein.“ In Gedanken gab ich ihr dabei recht. 

Das reine Gewicht eines Bären von über 300 kg ist schon reichlich beeindruckend, mal von seinen Klauen und Gebiss abgesehen.Durch den Bärengrabenmitarbeiter und ihre zwei Betreuer/in hatten die Kinder einiges über die Bären erfahren. So z.B., dass einer der Bären während des Bärengrabenumbaus in Spanien „im Urlaub“ war und „nur Erdbeeren zu fressen bekommen hatte, und deshalb wieder nach Bern zurück wollte“.Da kann man guten Gewissens sagen nicht nur die Kindergruppe war herzig sondern auch die kindgerechte Betreuung.

 

Dass das Bärenfrühstück nicht nur für die Touristen ein Vergnügen ist sondern auch für die Bären, da sie sich ihr Futter immer an neuen Orten suchen müssen, eine Abwechslung ist, ist gewollt. Zudem schafft der Ausflug der Bären in den Bärengraben, zum „frühstücken“, für die Pfleger die Möglichkeit weitere Leckereien, die die Verpflegung für den ganzen Tag darstellen, im grossen Gehege (an der Aare) zu verstecken und auch Säuberungsarbeiten auszuführen.

 

Da ich mich mit dem Mitarbeiter noch etwas unterhalten hatte, als die Kindergruppe im Bärengraben ihr eigenes „Znüni“ nach Bärenart serviert (versteckt) bekamen hier noch ein paar Infos, die einem so vielleicht nicht bekannt sind.

 

Während der Sommertage mit über 30 Grad taten die Bären das worum sie wohl jeder, der 8, und mehr, Stunden am Tag arbeitete beneidete – sie bewegten sich kaum und nahmen zwischendurch ein Bad, oder blieben einfach für ein Weilchen im Wasser. Zudem schätzen Bären Fleisch und Fisch nicht frisch sondern ca. 3 Tage alt, d.h. recht müffelnd im Sommer. Ausserdem wird auch gerne ein frischer Fisch um den Bärenhals gerieben. „Eau de toilette à la Bär“ sozusagen. Und das obwohl Bären eine feinere Nase als Hunde haben. Vielleicht ist Lachsgeruch das Pendant zu „Chanel No. 5“? – Ich hoffe, dass ich für diesen Vergleich nicht von Chanel verklagt werde. -

 

Dass Bären äusserst intelligent sind zeigt sich daran, dass sie zuerst das Beste essen. Wie z. B. Eier und Trauben, dass Gemüse bleibt so lange liegen bis alle Leckereien aufge-fressen sind.

Zudem merken sie sich auch genau ob sie mit einem Tierarzt gute Erfahrungen gemacht haben.

- Da kommen mir die Geschichten über Elefanten in den Sinn, welche jahrelang von ihren Bezugspersonen misshandelt wurden und dies einfach hinnahmen. Sich aber eines Tages an ihnen rächten. – 

Dieses Beispiel sollte nur veranschaulichen, dass auch Tiere ein enormes Gedächtnis haben können. D. h. auch für gute Erfahrungen.

 

Somit wurde aus einem Morgenspaziergang ein „Bären-Morgen“, der meinen Respekt vor den Bären verstärkte und auch mein Verständnis für die Arbeit im Bärengraben verbesserte. (Das er enormen Spass machte brauche ich wohl kaum zu unterstreichen.)Falls ich durch diese Zeilen dazu beigetragen habe, dass Sie sich die Bären mit anderen Augen ansehen und auch mal wieder bei ihnen vorbei gehen würde mich das sehr freuen. 

 

Und nein ich bekomme für diese Zeilen keine Geld. Weder als Gratis-Werbung für den Bärengraben noch als Beitrag für’s BÄRN!MAGAZIN. Also muss ich mich wieder dem nächsten Bewerbungsschrieben widmen, das eine etwas andere Art von Schreiben darstellt.

 

Gefällt Ihnen mein Beitrag freue ich mich über Ihre etwaige Rückmeldung auf 

kalmbach@bluewin.ch.

 

Haben Sie hingegen eine KV-Stelle (in Bern oder Umgebung/gut per ÖV erreichbar), 

im Backoffice 80% (Festanstellung), zu vergeben würde ich mich sehr über Ihre Kontaktaufnahme freuen. 

 

Handelt es sich im Bereich des kreativen Schreibens um eine Anstellung freue ich mich ebenfalls über Ihre Kontaktaufnahme.

 

E. Kalmbach 12/09/2018

 

 

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