Eine Bernerin in Irland

Würde eine übergeordnete Macht mich dazu zwingen, Bern zu verlassen und anderswo zu leben – das Land, für das ich mich entscheiden würde, wäre definitiv Irland. Und ja, das kann ich nach nur fünf Tagen sagen. Denn diese fünf Tage hatten es in sich. Die Schweizer Vertretung von Irland Tourismus lud zur Pressereise – und natürlich wurde in diese kurze Zeit so viel Sehenswertes hinein gepackt wie nur irgend möglich. Was wir bereisten, war das County Cork, ein kurzes Stück des spektakulären "Wild Atlantic Way". Der Wild Atlantic Way – mit über 2600 km Länge eine der längsten ausgewiesenen Küstenstrassen der Welt – schlängelt sich entlang der irischen Westküste von der Halbinsel Inishowen im Norden des County Donegals bis ins Küstenstädtchen Kinsale im Süden des County Cork. Lust auf einen kleinen Trip? – Ich nehme Euch gerne mit auf die Tour. Beim Anklicken vergrössern sich die Fotos und wer mehr wissen will: die Links zu den Webseiten der Stationen und der Hotels sind unterstrichen.

 

Wir starteten in Cork, der hübschen Stadt, die seit kurzem mit der Swiss direkt angeflogen werden kann. Nach einem kurzen Lunch und dem Bezug der Zimmer im Hayfield Manor Hotel stand bereits der erste Programmpunkt an. Mairin Ahern führte uns fachkundig durch ihre kleine Stadt, als Höhepunkte Besuche der "Glucksman Gallery" und des "English Markets".

 

Der zweite Tag

 

Am zweiten Tag erwartete uns ein recht vollbepacktes Programm, beginnend mit einem Besuch des noch menschenleeren Cork City Goal. Das Gefängnis beherbergte einst sowohl männliche als auch weibliche Gefangene, die Verbrechen innerhalb der Stadtgrenze begingen. Die Zellen sind mit lebensechten Wachsfiguren ausgestattet und vermitteln einen so realistischen wie beklemmenden Eindruck über die bedauernswerten Lebensbedingungen der Inhaftierten. Weiter ging die Fahrt zum Blackrock Castle Observatory und anschliessend zu Jameson Distillery in Midleton, wohl die bekannteste Whisky-Distillery der grünen Insel. Auf dem Bild unten rechts der Speicher, welcher mit schwarzen Deckeln ausgerüstet ist, die bei einer allfälligen Explosion herausbrechen und so die Zerstörung des ganzen Gebäudes verhindern sollen.

 

Nach dem Lunch fuhr unser nüchterner Fahrer John die leicht angesäuselte Journalistentruppe weiter nach Cobh zur Titanic Experience. In Cobh ist der originale Landungssteg noch erhalten, von hier aus wurden die Passagiere auf die Titanic gebracht (unten Mitte). Die Gäste des Museums erhalten eine individuelle "Schiffspassage" mit dem Namen eines Passagiers. Am Ende der Führung konnte ich nachlesen, welches Schicksal mich als Alice McCoy ereilte. Ich habe überlebt – Thank God!  

 

Ganz nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" führte unsere Fahrt anschliessend durch liebliche Landschaften und der wilden Küste entlang nach World’s End, Kinsale zum Check-in im Trident Hotel, wo ich zufällig bei der Zimmerverteilung das Glück hatte, dass Hal McElroy, General Manager, mir die grandiose "Harbor Suite" zuteilte. Auf dem Panoramabild oben der Blick auf Kinsale, unten der Blick von meiner Terrasse aus.

 

Vor dem Dinner kamen wir in den Genuss einer Degustation von Darren Murphy von Black’s of Kinsale, einer lokalen Brauerei (das erste Bier, das ich wirklich mag, sorry Pierre Dubler) und Gin Distillery. Und ja, natürlich gingen wir anschliessend noch in den Pub – und es war grossartig: Livemusik, nicht für die Touristen, sondern für die Einheimischen – ein unvergessliches Erlebnis! 

 

Der dritte Tag

 

Unseren leichten Kater ausser Acht lassend freuten wir uns auf das Programm des dritten Tages. In Clonakilty wurde unsere – trotz tropischen Temperaturen Gummistiefel bewehrte – Truppe von der sympathischen Avril Allshire zur Farmbesichtigung geladen (West Cork Farm Tours). Avril und ihr Mann stellen den legendären "Rosscarbery Black Pudding", eine Art Blutwurst, her. 

Von links nach rechts: Vincent Maendly, 24heures, Antoine Pasche, Animan Magazin, meine Wenigkeit, Véronique Platschka, Tourism Ireland Switzerland, Kati Moser, Schweizer Illustrierte/ Tagblatt, Avril Allshire, West Cork Farm Tours.

 

 

Am Nachmittag ging's zum Whale Watching Trip mit Skipper Nic Slocum nach Baltimore. Pech für uns: Wir sahen auch nach 4 Stunden des Herumschipperns keine einzige müde Schwanzflosse, aber doch die eine oder andere hübsche Szenerie, wie den weissgetünchte Signalturm, den "Baltimore Beacon". Die Einheimischen nennen ihn auch augenzwinkernd Lot’s Wife (Lots Frau) nach der biblischen Figur, die zur Salzsäule erstarrte. Statt eines Leuchtturms geleitet das 15 Meter hohe Monument die Schiffe seit 1798 sicher in den Hafen.

 

Der vierte Tag

 

Den Besuch des "Bantry House and Garden" sollten Sie auf dem Trip entlang des Wild Atlantic unbedingt einplanen. Das herrschaftliches Anwesen mit Blick auf Bantry Bay beherbergt eine wichtige private Sammlung von Möbeln und Kunstgegenständen und dient auch als gefragtes B&B (unbedingt frühzeitig reservieren!).

 

 

In Glengarriff nahmen uns Markus Beauchle und seine Frau von "Wanderlust" (www.irland-wandern.de) in Empfang, führten uns erst auf und über die traumhaft schöne Garteninsel und anschliessend die Truppe auf eine Hikingtour zum Barley Lake in der Caha Mountains Region.

 

Verschwitzt und rotgesichtig wie wir waren, checkten wir anschliessend im wohl nobelsten Hotel der Reise ein, in der 5-Stern Sheen Falls Lodge in Kenmare. Höchst idyllisch an den pittoresken Sheen Falls gelegen, bietet das "Relais & Châteaux"-Haus hervorragenden Service, eine Gourmetküche und allerlei Aktivitäten für Gäste wie beispielsweise Lachsfischen.

 

 

Der fünfte Tag

 

Was uns am letzten Tag erwartete, war für mich persönlich einer der absoluten Höhepunkte der Reise, die Demonstration des Falkners Geoffrey (Jeff) O’Donoghue von der Killarney Falconry. Es ist faszinierend, wie liebevoll Jeff mit seinem Falken und den Eulen umgeht und ein unvergessliches Erlebnis, diese Tiere auf der eigenen Hand zu halten und sogar zu streicheln.

 

Herzlichen Dank Véronique Platschka, Irland Tourismus und den beteiligten Hotels und Restaurants für die Einladung, unserem grossartigen Fahrer John Daly (hinten Mitte) sowie der ganzen Journalistengruppe für die höchst angenehme Begleitung – es war eine tolle Zeit! 

 

 

 

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