YB im Blut?

Ich gebe es zu, ich bin eine ziemliche Sportbanause. Ich hatte keinen Schimmer von Tabellen, umfuhr jeweils Matchübertragungen im Fernsehen und Sportteile in Zeitungen grossräumig und nahm an Spielen nur dann teil, wenn ich in die V.I.P.-Bereiche eingeladen wurde, ich Snob. Bis jetzt.

 

Wie bei – gefühlt 25'000 – anderen Berner Menschen, die plötzlich zusätzlich das Stadion füllen, ist auch bei mir das YB-Fieber ausgebrochen. Hat man das als BernerIn eigentlich im Blut? Ist es ein Virus, der jahrelang schlummert, um zum richtigen Zeitpunkt auszubrechen? Mein Papa selig war ein fanatischer YB-Fan und schleifte mich schon als Kind an unzählige Spiele ins Wankdorf – lebt bei mir das Vermächtnis meines Vaters wieder auf?

 

Wie auch immer. Die treuen Fans, die sogar in «schlechten» Zeiten bewundernswert zu «Gelbschwarz» standen, haben Zuwachs bekommen, jetzt fiebert ganz Bern mit. Völlig egal, ob man nun als "Modefan" gilt oder nicht. Und dem BSCYB ist es wahrlich zu gönnen, dort sind wirklich alle sympathisch. Sogar die Funktionäre.

 

Es war ja auch an der Zeit, diese Beppis endlich zu entthronen; kein Mensch spielt in Basel wohl noch den Song «Who the fuck is YB?». Denn jetzt sind WIR die Könige, endlich fertig mit dem «veryoungboysen», fertig mit «Rang zwöi isch o suberi Büez» (Kuno Lauener in einem Interview 2014). Das langersehnte Ende der Titelresistenz nach dem legendären 24. Mai 1986, als die Young Boys auf der Maladière zu Neuenburg Meister wurden, ist nah.

 

Gopf, taufen wir doch endlich das Stadion wieder in Wankdorf um, denn wir sind nicht „Suisse“ sondern „Bern“. Und jetzt noch stolzer darauf als vorher. Freuen wir uns auf den entscheidenden Match und auf die anschliessende Meistersause. WIR haben es wirklich verdient 😉.

 

 

 

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