Bärndütsch 1: Das isch e Leger

“Das isch ä fertige Leger!” sagen wir Bernerinnen und Berner (statt Fake-News), wenn uns jemand übers Ohr hauen oder einen Bären aufbinden will. Jemanden hereinlegen kann man ja bekanntlich nicht nur am 1. April. Nebenbei: Was ich der Tagespresse über die Einsparungen im Sozialbereich und beim Grundbedarf der Sozialhilfebezüger entnehmen musste, hielt ich zunächst ernsthaft für einen reichlich verspäteten Aprilscherz, ist ja auch so traurig, dass es schon fast komisch ist. Doch zum Scherzen ist von diesen Herren wahrscheinlich keiner aufgelegt.

 

Niemand im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte fällt noch auf Lockvogelangebote, Gewinnbenachrichtigungen, ominöse Einladungen zu Carreisen und Billigviagra aus dem Internet herein. Ein weiterer “Riese-Leger” der mich (und mit mir wohl Millionen von Frauen) ärgert: Die Werbung für Mode und Kosmetika, mit Ihren bis zur absoluten Unkenntlichkeit gefotoshopten Bildern. Perfektion um jeden Preis ist öde - aber auch bedrohlich. Dass diese Mutanten unsichere Teenies zu allem Unmöglichen verleiten, ist bekannt. Aber auch die, eh schon hormonellbedingtverletzliche, der Schwerkraft ausgesetzte Frau mit langsam loddelig werdenen Bindegewebe ist äusserst empfänglich für die Beteuerungen in Inseraten. Diese als Jungbrunnen gepriesene Cremeli nützen gemäss Dermatologen aber einen alten Hut, da sie gar nicht so weit eindringen können, um die Wogen nachhaltig zu glätten. So sollen also auch die allleriteuerste Mittel nicht den Hauch einer Chance haben gegen die richtig fiesen Runzeln. Recht haben die Doktoren, das kann ich aus - unübersehbarer – Erfahrung bestätigen.

 

Einewäg. Wir haben uns die Dinger redlich verdient, mit viel Lebenslust und -Frust, seien wir stolz auf die Geschichten, die sie zu erzählen haben. Wie Helen Hayn so trefflich schrieb: “Das Alter ist unwichtig – es sei denn, du bist ein Käse”.

 

 

 

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