Einige wissen es vielleicht: Bevor ich im September meine Stelle bei Bern Welcome angetreten bin, war ich über mehrere Jahre hinweg für die Tourismusorganisation in Gstaad tätig. Dort, im 7000-Seelen-Dorf, auf 1050 Meter über Meer, inmitten der Berner Oberländer Berglandschaft, wo ebenso viele Kühe wie Menschen wohnen, stiess ich mit meinem Entschluss zum Stellenwechsel nicht nur auf Verständnis. Im Gegenteil!

«Du ziehst in den Nebel!», sagten viele. «Wo willst du dort noch deinem Hobby, dem Velofahren, frönen?», fragten andere. Und die Kulinariker unter meinen Gstaader Freunden meinten mit mitleidigem Blick: «Geniess das gute Essen noch, solange du kannst!» Hierzu muss man wissen, dass Gstaad einen vergleichsweise hohen Anteil von Restaurants mit Michelin-Sternen hat.

Nach drei Monaten weiss ich nun, dass diese Menschen nichts wissen – zumindest, was Bern anbelangt – und ich kann sie eines Besseren belehren.

Denn in Bern gibt es an jeder Ecke und meist in Gehdistanz unzählige Einkehrmöglichkeiten, die den Gaumen kitzeln. Viele Gastronomen überzeugen dabei mit lokaler Gastronomie. Wer braucht da schon Michelin-Sterne?

Auch Velofahren kann ich in Bern überall, nicht nur mitten in der Stadt, sondern auch zu jeder Tageszeit. Lässt man die tückischen Tramschienen mal ausser Acht (leider bin ich kein Tour de France-Rennfahrer, für den man diese abdeckt), so ist man als Velofahrer in der Bundesstadt König. Für mich gibt es nichts Schöneres, als die Mittagspausen dafür zu nutzen, um in alle Himmelsrichtungen aus der Stadt zu schwärmen und eine schnelle «Gümmeler-Runde» zu absolvieren. Ruckzuck ist man auf dem Bantiger oder dem Belpberg und wieder zurück in der Stadt.

Und der Nebel? Der ist viel seltener Gast als die Gstaader es befürchten. Meistens ist das Alpenpanorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau zum Greifen nah und verzaubert sowohl Touristen als auch Einheimische. Und zieht von der Aare her doch einmal eine Dunstglocke auf, dann gibt‘s in Bern immer noch tausende Möglichkeiten, um diese zu vergessen. Sei es beim Shoppen in den Berner Gassen oder beim Besuch eines der zahlreichen Museen. Und dann bliebe ja auch noch die Arbeit…

 

Martin Bachofner ist CEO der neuen Organisation BERN WELCOME, die als Holding die Unternehmen Bern Tourismus sowie Bern Meetings & Events umfasst. Ziele sind die Standortförderung  der Stadt und Region Bern im Tourismus sowie für die Akquise und Durchführung von Kongressen und Veranstaltungen.

 

Das Portrait ist von Michael Schär, rawfilers und für das BÄRN! Magazin entstanden

 

 

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