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GSCHICHTE US EM BÄRN!MAGAZIN - Bronos Wäg verzeut vor Sandra

 

BÄRN! 4/17 Beitrag "Ehrenamtlich engagiert im Tierschutz". Brono, der Strassenhund mit der gebrochenen Schnauze, ist das Maskottchen des kleinen Vereins Animaris ist, der von Tierfreundinnen gegründet wurde und heute Grosses leistet.

Cloé und Sandra, Vorstandsmitglieder von Animaris Schweiz mit Brono, dem Strassenhund mit der gebrochenen Schnauze.

Foto: Remo Eisner

"Brono sah ich zum ersten Mal im November 2014 in einem Tierheim in Rumänien. Er wurde dort abgeben und war in einem schlechten Zustand. Man sagte mir, dass er vermutlich einen Unfall hatte und die Nase gebrochen war. Er lag nur da in einer Box und bewegte sich kaum. Im Dezember trafen wir uns wieder, es ging ihm besser, da er mit Antibiotika behandelt wurde. Ich schloss ihn sofort ins Herz. Man muss dazu sagen, dass mir vor allem handicapte Tiere am Herzen liegen, also war er total mein „Beuteschema“. Wir haben ihm den Namen Brono gegeben, von "broken nose". Leider wurde nach meinem Aufenthalt der Tierärztin und weiteren Personen der Eintritt ins Tierheim verwehrt und somit bekam Brono keine tierärztliche Behandlung mehr. Ende Januar bekam ich von einer Person die Nachricht: "Wenn dir Brono am Herzen liegt, dann hol ihn bitte raus, ansonsten wird er sterben". Da mein Mann und ich schon lange darüber nachdachten einem Hund ein schönes zu Hause zu schenken und sowieso nur ein Tierschutzhund in Frage kam, flogen wir im Februar runter, holten ihn raus und brachten ihn in Rumänien in eine Tierklinik. Sein Gesundheitszustand war sehr schlecht, der Eiter tropfte ihm aus der Nase. Endlich wurde er einmal richtig untersucht. Es wurde ein CT und ein Röntgenbild gemacht. Darauf sah man, dass sein ganzer Oberkiefer total zertrümmert war. Schweren Herzens musste ich ihn einen Monat dort lassen, damit man ihn etwas aufpäppeln konnte.

 

Die Tierärzte vor Ort haben zuerst einmal den ganzen Eiter aus seine Nasen-, Stirn- und Nebenhöhlen gewaschen, er wurde erneut mit Antibiotika behandelt und ein Zahn wurde ihm entfernt, der irgendwo im Kiefer sass. Im März war es dann soweit und endlich konnte ich ihn holen. Sein Zustand war etwas besser. Die Tierärzte sagten mir, dass sie alles getan haben, was sie konnten. Ich hatte da noch grosse Hoffnung, dass uns in der Schweiz geholfen werden kann. Leider ging in der Schweiz der Tierärztemarathon weiter und niemand konnte ihn mehr ganz gesund machen, der Oberkiefer konnte nicht mehr korrigiert werden. Ein Zahn wurde ihm noch gezogen, der beim Oberkiefer herausschaute, beim Ziehen kam dann auch etwas Kieferknochen mit. Damit war der Entzündungsherd gefunden und wir probierten es ohne Cortison und Antibiotika, der Eiter kam nicht mehr wieder. Jedoch putze ich ihm immer noch ab und zu die Nase, da in den Nasenlöchern viel Dreck stecken bleibt. Er atmet nach wie vor etwas laut und wenn es heiss ist, muss er etwas geschont werden. Aber er zeigte immer die pure Lebensfreude und er ist sehr hart im Nehmen: nach jeder OP war er bereits am gleichen Tag wieder am Herumtoben. Ich denke, wenn er wehleidig wäre, dann hätte er das Ganze nie überlebt.

 

Er bereichert unser Leben extrem und er ist einfach nur ein super Hund – jeder, der ihn kennenlernt liebt ihn. Er mag die Hundeschule, er liebt unsere blinden Katzen (für sie ist es natürlich perfekt, dass man ihn immer atmen hört, somit wissen sie immer wo er schläft und es gibt keinen ungewollten Zusammenstoss), er liebt Menschen und man kann ihn überall mitnehmen. Brono ist dann glücklich, wenn er unter Menschen ist und sich ganz nah an die Menschen kuscheln kann. Er braucht extrem viel Körperkontakt, diesen bekommt er von uns natürlich auch ausgiebig. Leider bleibt er unser Sorgenkind, denn er bekam im Januar 2016 dann auch noch Epianfälle. Jeder der einmal einen Hund hatte, der Epilepsie hat weiss, dass es eine wirklich schlimme Krankheit ist. Trotzdem denken wir positiv und haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, auch das noch in den Griff zu bekommen. Wir haben trotz der vielen Sorgen um ihn unsere Entscheidung noch nie bereut, wir hoffen, dass wir noch viele Jahre mit ihm gemeinsam durchs Leben gehen können.

 

Jedoch muss ich sagen, dass ich zum Glück, als ich ihn geholt habe, nicht wusste was noch alles auf uns zukommt. Vieles haben wir unterschätzt. Dachten wir zu Anfang, dass man in der Schweiz operieren kann und alles ist gut, wurde uns sehr bald klar, dass dies nicht der Fall sein wird. Was ich persönlich extrem unterschätzt habe ist, wie wir angestarrt werden, nur weil er etwas anders klingt als ein „normaler Hund“ und weil seine Zunge immer raus hängt. Oft müssen wir uns Sprüche wie „Oh der Hund hat heiss.“ anhören. Ich bin extrem froh, dass Brono dies nicht stört. Ich würde jedem empfehlen einem Hund aus dem Tierheim (aus der Schweiz oder aus dem Ausland) ein zu Hause zu schenken. Ja, auch wenn man den Hund nicht als Welpe hat, kann man ihn noch erziehen und ein super Team werden. Brono ist das lebende Beispiel dafür."